|
|
Unser Sponsor:

Wenn Licht und Schatten...
Manchmal ist die Dunkelheit eine quälende Last wie die Ungewißheit oder lebenslanger Schmerz.
Es war dunkel, doch was machte das schon? Sie sah in der Dunkelheit genauso gut wie im Sonnenschein.
Christen lehnte lässig am Fensterrahmen ihres Apartments, den Blick auf die Straße unter sich gerichtet. Die meisten
Straßenlampen waren ausgefallen, doch trotz ihrer guten Augen hätte sie ihn auch nicht im Licht kommen gesehen.
Wozu auch? Seine Präsenz war für Chris überdeutlich spürbar. Irgendwo da draußen und nicht mehr weit weg schlich
eine Gestalt unbekannter Herkunft durch die Straßen, auf dem Weg zu ihr.
Trotz ihrer inneren Vorbereitung schrak sie zusammen, als Jean den Raum betrat.
Was machst du hier?" fragte er ohne Umschweife und ohne Ton der Überraschung. Seine unnatürlich hellen Augen
schienen, Funken zu sprühen. Seine hochgewachsene Gestalt wirkte angespannt. Langsam kam er zu ihr rüber ans
Fenster. Chris Blick folgte ihm.
Du solltest nicht vergessen, wessen Apartment das hier ist! Du bringst mich jedes Mal in Gefahr, wenn du hierher
kommst. Warum, Jean?" flüsterte sie verärgert im Wissen, daß er jedes Wort verstehen würde.
Schuldbewußt, aber auch erschöpft senkte er den Kopf. Und obwohl er immer noch einen guten Kopf größer war als
Chris, konnte sie ihm durch die dichten, dunklen Haare streichen. Ein trauriger Blick stahl sich in ihre sonst so
leuchtenden Augen. So oft hatte sie ihn gebeten, er solle versuchen, mit dem Töten aufzuhören. Wenn er schließlich ihre
helle und göttliche Anwesenheit ertrug, warum ertrug er nicht den Geschmack von Tierblut?
Du weißt genau, daß es mich umbringt. So sehr ich dich und Ihn dort oben auch liebe, Er hat mir noch nicht vergeben.
Ich ertrage es einfach nicht. Ich habe es versucht, bitte verzeih, ich habe versagt!"
Mit all der Sanftheit eines Engels, wie sie es war, nahm sie sein Gesicht in ihre Hände.
Was sollte ich dir denn verzeihen?" flüsterte sie und küßte ihn kurz. Und wie so viele Male davor zwang sie ihn dazu, in
ihre grünen Augen zu sehen, die Klarheit darin zu ertragen, die unbarmherzige Wärme und das Göttliche zu sehen. Sie
fürchtete seine gelben Katzenaugen schon lange nicht mehr.
Genauso stark wie ihre Macht war das, was durch Jeans Adern raste, als sie ihn erneut küßte. Sie spürte, wie sein Griff
um ihre Hüfte stärker wurde und strich über seinen Nacken. Ein zittern verriet ihr, wie sehr er sie brauchte.
Mit einer Art Erleichterung fühlte sie, wie seine Hände über ihren Rücken wanderten, Erleichterung, ihn bei sich zu
haben, ihn fühlen zu können.
Jede Trennung brachte Angst, Angst, ihn durch Tageslicht oder seine Häscher zu verlieren. Und aus dieser Angst war
das Verlangen geboren, das Jean jetzt spürte.
Leise seufzend grub er die Hände in ihr Haar. Christen ließ sich gegen die Wand hinter sich sinken, um sein ganzes
Gewicht zu fühlen. Sie spürte die Hitze, die von seinem Körper ausging. Sein Kuß war süß und überladen mit dem
Geschmack von Blut. Beim ersten Mal hatte es sie erschreckt, aber jetzt gehörte es zu ihm, genauso wie die Ahnung
von Gefahr in seiner Gegenwart.
Jean löste sich von ihr, um nach Luft zu schnappen, aber sein Griff lockerte sich nicht. Mit einem verschmitztem Lächeln
ließ Chris ihre Hände über seine Schultern gleiten, über den Stoff seines Shirts. Langsam glitten sie tiefer, über seine
Brust, streichelten seine Hüftknochen, die deutlich durch den Stoff seiner Jeans traten. Noch tiefer konnte sie seine
Hitze spüren. Jean stöhnte auf, als ihre Hände noch tiefer wanderten, um an seinen Beinen herunterzustreichen.
Als er die Augen schloß, löste sie sich blitzschnell von ihm und ließ Jean seufzend in der Kälte stehen.
Als Geist der Dunkelheit hatte er nie gewußt, wie Kälte sich anfühlt, bis er Christen getroffen hatte. Für ihn war Kälte
von da an, wenn er sie gehen lassen mußte, wenn er sie nicht in den Armen halten konnte. In ihrer Gegenwart fühlte er
sich so... menschlich! So voller Leben!
Schon breitete sich das erste Zittern in seinem Körper aus. Er beobachtete, wie Christen in das Schlafzimmer ging und
begann, ihre Bluse abzulegen. Fast zögernd folgte er ihr.
Zwar konnte er sich kaum beherrschen, waren seine Bewegungen fahrig, als er sein Shirt auszog, aber seine Schritte
waren besonders leise und vorsichtig.
Der Raum mit dem französischen Bett war hell ausgestattet, bis auf die dunkle Bettwäsche. Durch das einzige Fenster
drangen die Strahlen von einigen wenigen Straßenlaternen. Trotzdem versuchte Chris gerade, die Jalousie
herunterzulassen.
Fasziniert betrachtete Jean, wie das letzte Licht auf ihrem Haar spielte, ihren kräftigen und doch geschmeidigen Körper
in eine Aura hüllte.
Vorsichtig, als wolle er diese göttliche Erscheinung nicht verjagen, näherte er sich ihr und schlang seine Arme um sie.
Tatsächlich erschrak sie ein wenig, als sie seine Nähe spürte, Haut, die ihre in Flammen zu setzen schien. Doch dann
schloß sie die Augen und tastete nach der Hitze zwischen seinen Beinen. Nur einen Moment ließ sie ihre Hand dort
ruhen, so, daß Jean aufstöhnend sein Gesicht in ihren Haaren vergrub. Dann ließ sie ihre Hand, immer noch mit dem
Rücken zu ihm, unter seinen Hosenbund gleiten, streichelte ihn.
Voller Verlangen und Furcht bemerkte er, wie ihm die Kontrolle entglitt. Plötzlich wurde jedes Geräusch, jede
Bewegung überdeutlich für ihn, automatisch verstärkte er seinen Griff um Chris Körper. Er betrachtete ihre
Halsschlagader, hörte deutlich ihren Herzschlag, während ein Teil von ihm drängte, in ihrem Rhythmus aufzugehen, sie
ganz zu spüren.
Chris spürte, wie er zu zittern begann, seine Lenden sich ihren Bewegungen anpaßten. Seine Lippen berührten ihren
Hals. Sie seufzte aus tiefster Seele. Er würde es nicht bekämpfen können!
Plötzlich wurde sein Griff noch fester, fast schmerzhaft, und dann grub er seine Zähne in ihren Hals. Chris schrie leise
auf. Ihr Blut quoll unter seinen Lippen hervor, lief über ihre Schulter und färbte ihren schneeweißen BH blutrot. Ihre
Knie knickten ein, aber Jean hielt sie. Er trank gierig davon, genoß den Geschmack von Leben, den Hauch von Tod.
Herzschlag für Herzschlag wich das Leben aus ihrem Körper.
Einen Moment lang ließ sie ihn gewähren, da sie wußte, daß er es brauchte wie die Menschen das Licht. Zwar spürte
sie, wie sein Gift in ihrem Körper zu wirken begann, aber der Schmerz war nichts gegen die Leere, wenn er fort war.
Ganz davon abgesehen, daß sein Gift ihr nichts anhaben konnte.
Allerdings wurde sein Griff jetzt zu stark, er drohte, die Kontrolle völlig zu verlieren. Leise hauchend flüsterte sie: Jean,
bitte, hör auf!" Aber er gab sie nicht frei, er glühte vor Raserei.
Wut schäumte in ihr auf, die Adrenalin durch ihre Adern jagte. Laß mich los!" schrie sie. Und schleuderte Jean von
sich fort durch den Raum. Mit einem lauten Krachen landete er an der Wand hinter Christen. Er schüttelte benommen
den Kopf, betäubt durch den plötzlichen Ausbruch von göttlicher Wut. Schwer keuchend betrachtete er, wie das Licht
auf ihren weißen Flügeln funkelte. Blut tropfte von seinen Reißzähnen, das selbe Blut, was Christens Körper
herunterlief.
Eine Weile betrachteten sie sich gegenseitig, wartend, lauernd. Wie Raubtiere, immer auf dem Sprung, mißtrauisch und
gefährlich. Jean schreckte vor Chris wahrer Natur zurück, während sie sein Verlangen fernhielt. Er, der Geist der
Dunkelheit, die Plage der Menschheit, sie, die Gottes Wut in Händen hielt, die der Biß eines Vampirs nicht töten
konnte, ausgeschickt, Geschöpfe wie ihn zu jagen und zu vernichten.
Aber ihre Wut flaute schnell ab, die Schatten ihrer Flügel verblaßten und gleichzeitig schien sie kleiner und menschlicher
zu werden. Schließlich stand nur noch eine zwar überirdisch schöne aber sonst völlig normale Frau vor ihm. Ein
Geschöpf des Lichts in der Nacht fast hilflos ausgeliefert.
Jean spürte so etwas wie einen Stich in der Gegend, wo sein Herz hätte sein müssen, wäre er ein Mensch gewesen.
Ihre Verletzlichkeit war seine Stärke und dafür haßte er sich fast selbst. Er haßte sich für die Unfähigkeit, ihre macht zu
verstehen. Niemals würde er je den Sonnenaufgang sehen, der Christen ihre volle Kraft und Schönheit gab.
Zitternd vor Wut und ungewohntem Adrenalin stand Chris mitten im Raum. Sofort spürte sie die Kälte, die
schmerzhafte Leere wie jedesmal. Sie wußte, was er gerade sah und schämte sich dafür, ihn so abschrecken zu
müssen. Er genoß die Dunkelheit, zog seine kraft aus ihr, Chris hatte nur den Rest der göttlichen Wut, die in ihr wohnte.
Zwar fühlte sie schon wieder, wie ihre wunde sich schloß, das Blut versiegte, aber im Endeffekt blieb sie ihm
ausgeliefert, von seiner Gnade abhängig.
Von dem Wutausbruch erschöpft ließ sie sich auf das Bett sinken, sich dessen bewußt, daß Jean sie mit seinen gelben
Augen anstarrte. Aber ihre Beine zitterten und ihre Kraft wollte so schnell nicht wiederkehren, obwohl das Verlangen
nach ihm blieb.
Auch in Jeans Lenden brannte das Verlangen ohne Unterlaß. Noch vorsichtiger diesmal kam er zu ihr hinüber und
kniete vor ihr nieder. Er brauchte nichts zu sagen, sie hatte ihm schon verziehen. Mit einem beinahe gequälten Lächeln
küßte sie ihn vorsichtig, um seine Gefühle nicht unnötig zu pushen.
Ich liebe dich!" flüsterte sie leise und das erste Mal, seitdem sie sich kannten glänzten Tränen in seinen Augen. So
vorsichtig wie ihr Kuß waren ihre Hände, die wieder auf Wanderschaft gingen. Sie strichen über seine Brust, seine
Beine, fuhren durch seine Haare.
Jean schloß genießerisch die Augen. Jede Berührung wurde zu einer kleinen Explosion hinter seinen Augenlidern,
versetzte ihn in einen Zustand ungeahnter Unruhe. Chris Hände waren erbarmungslos, schienen keinen Fleck an seinem
Körper auszulassen. Als er glaubte, es nicht länger aushielt, löste er sich von ihr und stand auf. Fast verzweifelt
versuchte er, sich seiner Jeans zu entledigen, aber seine Hände wollten ihm nicht gehorchen. Er fluchte leise.
Christen beobachtete amüsiert, wie er mit den Knöpfen seiner Hose kämpfte. Immer noch sitzend griff sie nach seinen
Händen. Nana!" meinte sie vorwurfsvoll, als er seiner Wut Ausdruck verlieh. Laß mich das machen!"
Geschickt wie nie löste sie einen Knopf nach dem anderen aus der Umklammerung des widerspenstigen Stoffes. Mit
einem leisen Rascheln fiel die Hose zu Boden. Jean stöhnte auf, als Chris ihre Lippen über seine nackte Haut gleiten
ließ. Ganz deutlich konnte er sie spüren, wie sie über sein Glied wanderten, nur durch dünnen Stoff von ihm getrennt. Er
vergrub seine Hände in ihren Haaren. Ein leises Lachen entrang sich Christens Kehle. Das Lachen eines Triumphes.
Trotz seiner überirdischen Macht war Jean nicht davor gefeit, Opfer seiner männlichen Triebe zu werden. Hilflos war er
ihr ausgeliefert. Und Jean war sich seiner Schwäche sehr wohl bewußt. Er zitterte, als Chris einen Moment von ihm
abließ. Wie ein wildes Tier, daß man in die Enge getrieben hatte, beäugte er Chris mißtrauisch.
Kann ich dir trauen?" fragte er in die Stille hinein. Christen quittierte die Frage mit einem noch lauteren lachen als
vorhin. So eine Frage zu stellen, hatte er den Verstand verloren? Konnten Männer in diesen Situationen tatsächlich nicht
richtig denken?
Na warte!" rief sie und mit einem Griff um seine Hüfte warf sie ihn neben sich auf das Bett. Mit ihrem leichten Gewicht
gelang es ihr, ihn in die Kissen zu drücken. Ihre Lippen erstickten jeden Protest.
Berührt von ihrer Hitze begannen seine Hüften, einen unwillkürlichen Rhythmus aufzunehmen. Seine Hände
beschäftigten sich derweil mit ihrer Hose. Unglaublich schnell und gelenkig entwand sie sich derer. Als er aber ihre
Unterwäsche berühren wollte, entzog sich Chris ihm.
Er stöhnte auf, gequält von unerfülltem Verlangen. Jean wollte nach ihr greifen, aber sie wehrte sich! Ihr Lachen zeigte
ihm aber genau, worauf das hinauslief. Mit einem kleinen Schrei stürzte er sich mehr oder weniger auf sie, woraufhin sie
sich in einem Gerangel verloren.
Als Jean sie endlich zu fassen bekam, waren sie beide nackt. Er beugte sich über sie, ihre Handgelenke in festem Griff.
Und ganz plötzlich wurde er sich auf sehr menschliche Art seiner Nacktheit bewußt. Röte schoß ihm ins Gesicht.
Wieder lachte Chris laut auf.
Du und Schamhaftigkeit, das ist ja der Hammer!"
Jean fauchte, erstickte alles weitere mit einem Kuß. Er spürte ihr zittern, als er sie mit Gewalt in die Kissen drückte.
Chris versuchte sich zu wehren, aber es gelang ihr nicht. Vielleicht wollte sie das auch gar nicht. Sie wollte ihn spüren,
eins mit ihm werden. Sie stöhnte auf, als er mit aller Macht in sie eindrang. Sein Rhythmus war schnell und
unbarmherzig. Sie versuchte, ihn zu beruhigen, aber es gelang ihr nicht. Sie entwand sich seinem Griff, zwang ihn, in ihre
Augen zu sehen, aber er wurde nicht ruhiger. Zu lange hatte er auf sie warten müssen.
Wellen schlugen über ihr zusammen, Wellen von Gefühlen, von Leidenschaft. Sie drohte, sich zu verlieren. Ihre
Gedanken verstreuten sich in alle Dimensionen.
Zwei Rhythmen trafen sich, umspielten sich wie Liebende, fügten sich zu einer Melodie zusammen, die aufstieg,
anschwoll und schließlich in einem Crescendo endete.
Keuchend brach Jean über ihr zusammen. Die Wellen rollten nur langsam davon und hinterließen völlige Erschöpfung.
Einen Moment verharrten beide, bevor Jean sich von Christens Körper löste, um sie beide in eine dunkle Decke zu
hüllen. Sanft zog er Chris in seine Arme, wo sie schwitzend und seufzend liegen blieb.
Nichts in der Welt würde ihn je daran zweifeln lassen, daß er sie liebte. Alles würde er für sie aufgeben, auch Gottes
Gnade. Wenn er nur sie verschonte, wenn Er nur ihr vergeben konnte.
Ich will dich nicht verlieren, hörst du?" flüsterte er. Egal, was passiert!"
Die Tränen, die daraufhin flossen, verschlang die Dunkelheit. Er wußte genau, was sie fühlte, auch wenn sie morgen früh
wieder fort sein würde, ihn zurücklassen würde. Er hielt sie noch ein bißchen fester.
Die Dunkelheit ist manchmal aber auch wie eine Decke, die wie Gottes Gnade alles bedeckt und Frieden schenkt.
|