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Akte X -
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Labcom
 
 

Dana Scully saß seit 3 Stunden in dem Büro Ihres Partners und versuchte sich in dem Chaos das hier herrschte einigermaßen zurecht zu finden. Sie suchte die ganze Zeit schon einen Bericht den sie vor einigen Tagen hier geschrieben hatte. Sie war genervt und ihr war heiß. Das Personal hatte scheinbar schon wieder nicht die Klimaanlage repariert. Das blöde Ding ging aber auch dauernd kaputt.
"Kein Wunder" dachte Scully "wer sitzt auch schon freiwillig hier unten im Keller in dieser Sauna?" Als sie einen Stapel Akten von Fox Mulders Schreibtisch wegschob fand sie endlich ihren Bericht - zerknüllt und mit Kugelschreiber bekrizzelt.
"Oh Mulder!" fluchte sie leise. In diesem Moment öffnete sich die Tür und ihr Partner betrat den Raum.
"Wenn man vom Teufel spricht." murmelte Scully leise.
"Guten Morgen Scully." begrüßte "der Teufel" sie.
"Morgen" erwiderte sie grimmig.
"Oh, sind wir schlecht gelaunt?" fragte Mulder schelmisch.
"Mulder! Ich sitze seit drei Stunden hier unten und suche einen Bericht von Montag. Und jetzt finde ich ihn und muß sehen, daß sie ihn als Schmierpapier benutzt haben!" entfuhr es ihr.
"Ach das? Das war ein Bericht? Uups. Entschuldigung. Ich dachte das wären alte Notizen von Ihnen." Mulder zeigte seinen sehr berühmten Gesichtsausdruck: den "ich hab doch gar nichts getan"-Blick.
"Na schön. Na schön. Dann werde ich das Ganze eben nochmal abtippen." erwiderte Scully genervt. Nach den 5 Jahren die sie mit diesem Kerl nun schon zusammenarbeitete wußte sie, daß es keinen Sinn hatte sich mit ihm auf Diskussionen einzulassen. Sie stand auf und zog Ihr Jackett wieder in Position. Erst jetzt fiel ihr auf, daß Mulder noch in Zivilkleidung war.
"Mulder, wie laufen Sie denn überhaupt hier rum?"
"Ich wollte Sie eigentlich nur abholen um Sie nach Hause zu fahren, damit Sie ein paar Sachen einpacken Scully." sagte Mulder.
"Weshalb denn? Ich muß Skinner diesen Bericht hier heute noch vorlegen." erwiderte sie genervt.
"Nun, Skinner hat uns aber gerade eben diesen Fall hier übertragen." Er gab ihr eine Akte.
"Eine X-Akte von Skinner?" fragte Scully ungläubig. Normalerweise kramte Mulder diese alten Dinger aus und nicht der stellvertretende Direktor des FBI Walter Skinner.
"Ja, er hat mir erzählt, daß in Sioux City, Iowa mehrere Menschen nach einer Fernsehshow gestorben sind, nachdem sie sich von dem Showmaster hypnotisieren ließen."
"Wie viele Todesfälle gab es denn?" fragte Scully interessiert.
"Drei Stück in 2 Jahren. Die örtliche Polizei hat den Showmaster zwar verhört, doch dann das Ganze als statistische Abweichung abgetan."
"Mhm, das habe ich schon öfter gehört. Manche Menschen vertragen solche "Schnellhypnosen" nicht."
"Ja, aber haben sich die Menschen die sie kennen auch alle selbst das Rückenmark durchtrennt?"
"Was?" fragte Scully erschrocken.
"Ja, alle Opfer haben sich am Tag nach der Sendung ein Messer in den Rücken gerammt und danach haben sich alle mit Tabletten vergiftet." Erklärte Mulder.
"Das ist ja ekelhaft." Scully verzog das Gesicht. Bis jetzt hatte sie nur gehört, daß diese Menschen einen Herzinfarkt nach einer Hypnotisierung erlitten hatten oder einen Hirnschlag, weil man sie nicht richtig wieder "aufgeweckt" hatte. Aber das!
"Hat man denn nicht überprüft, ob diese Menschen durch Fremdeinwirkung gestorben sind? Haben sich die Polizisten denn die Aufzeichnungen der Show angesehen?" fragte sie. "So etwas gibt es gar nicht. Man kann so etwas alleine nicht tun."
"Moment," er blätterte in der Akte, "ja, aber bei den Aufzeichnungen haben sie nichts ungewöhnliches bemerkt. Und die Autopsie eines gewissen Dr. Jessey hat ergeben, daß die Opfer sich die Verletzungen selbst zugefügt haben.
"Das kann ich nicht glauben. Ich werde mir das ansehen. Skinner will, daß wir da hinfliegen?"
"Ja, ich werde die dortige FBI-Außenstelle verständigen, die sollen uns schon mal die Videobänder und alles über den damaligen Fall besorgen." Er zog sein Handy aus der Tasche und tippte die Nummer der Vermittlung ein.
Währenddessen packte Scully ihre Handtasche und rief Mulder im vorbeigehen zu: "Ich fahre schnell nach Hause und packe ein paar Sachen. Bin in 30 Minuten zurück."
Mulder nickte. "Ja hier ist Special Agent Mulder, Dienstnummer....."
Den Rest hörte Scully nicht mehr, sie hatte Mulders Büro verlassen. Auf dem Weg nach oben lief ihr Skinner über den Weg.
"Guten morgen, Sir." Sie lächelte ihn an.
"Guten morgen Agent Scully. Gut, daß ich Sie noch treffe. Ich habe gerade noch einen Anruf erhalten. Wir haben 3 weitere Opfer."
"Wie kann das denn sein? Wird die Sendung denn immer noch ausgestrahlt?"
"Nein, das ist es ja. Und der Moderator kann es auch nicht sein, der ist nach alldem nach Kanada ausgewandert und ist seitdem nicht mehr in die USA eingereist. Ich habe das schon checken lassen."
"Das heißt ja, daß die ganze Zeit jemand anderes dafür verantwortlich gewesen sein muß." Sagte Scully nachdenklich.
"Bitte buchen Sie so schnell wie möglich einen Flug."
"Mulder erledigt das gerade, Sir. Ich schätze wir werden heute abend schon in Sioux City ankommen."
"Gut. Bitte teilen Sie die Neuigkeiten Agent Mulder mit. Danke. Viel Glück."
Skinner drehte sich um und machte sich auf den Weg in sein Büro.
Scully fuhr endlich nach hause um Ihren Koffer zu packen.

Gegen 17.00 Uhr landeten die beiden Agenten in Iowa und suchten sich mit ihrem Mietwagen ein Motel.
"Iowa Scully. Die Kornkammer Amerikas." Sinnierte Mulder.
"Ja, aber auch der Staat mit der höchsten "Hypnoseselbstmordrate". feixte Scully.
"Mhm." Mulder knackte schon wieder seine Sonnenblumenkerne. Er spuckte die Hülle aus und schob sich schon gleich den nächsten in den Mund. Scully beobachtete ihn argwöhnisch.
"Meinen Sie nicht, daß es einfacher wäre mal geschälte Sonnenblumenkerne zu kaufen?"
"Aber Scully. Wo bleibt denn dann der Spaß an der Sache? Mein Vater hat immer Sonnenblumenkerne geknackt. Ich schätze das ist mir angeboren." grinste er.
"Na schön." Scully wurde wieder ernst: "Wir müssen los. Wir haben einen Fall zu lösen." Sie seufzte und packte sich ihr Jackett.
"Na gut. Fahren wir zur FBI-Außenstelle." gab Mulder gelangweilt zurück.

20 Minuten später kamen sie bei der Außenstelle an.
"Guten Tag. Ich bin Agent Hornsteen." stellte sich ein junger Mitarbeiter vor.
" Special Agents Fox Mulder und Dana Scully."
"Fox? Sie sehen gar nicht aus wie ein Indianer Agent Mulder." versuchte Hornsteen zu scherzen. Mulder verzog nur das Gesicht. Scully wußte, daß Hornsteen einen wunden Punkt bei ihm getroffen hatte. Er haßte seinen Vornamen, soweit sie wußte. Alle hatten es bemerkt. Nur Hornsteen nicht, er lachte immer noch über seinen eigenen Witz.
"Nun, haben Sie jetzt das Material für uns?" fragte Mulder kalt. Scully merkte ihm an wie sehr er sich beherrschen mußte nichts über den blöden Scherz zu sagen.
"Ja, sicher. Einen Moment ich hole es für Sie." er drehte sich um und murmelte "großer Indianer."

"Scully, was machen wir hier? Wir sehen uns jetzt schon seit über 2 Stunden diese blöden Aufzeichnungen an. Dieser Grünspan da draußen geht mir gehörig auf die Nerven und bis jetzt ist uns nichts aufgefallen. Ich denke auch nicht, daß wir etwas auf diesen Bändern finden werden. Wenn das was Skinner uns erzählt hat wirklich zutrifft, dann werden wir wohl woanders nach dem Täter suchen müssen. Ich fürchte Sie werden sich jetzt an die Autopsien an den neuen Opfern machen müssen."
"Ich weiß, ich weiß Mulder, auch wenn es mir davor graut. Aber wir müssen die genaue Todesursache bei diesen Menschen feststellen um uns einigermaßen mit dem Täter identifizieren zu können. Und das ist ja wohl ihr Fachgebiet."
"Na schön, ich werde mich mal bei den früheren Mitarbeitern der Show umhören und Sie werden die Autopsien durchführen." Sie machten sich beide auf den Weg.

"Dana Scully, heute ist der 23.6.1998, ich habe hier vor mir einen männlichen Weißen, etwa 25 Jahre alt." Scully diktierte in Ihr Mikrofon während sie die Autopsie durchführte. "Die vorläufige Todesursache des Opfers lautet, Tod durch Vergiftung. Das Opfer hat scheinbar selbst eine Überdosis Tabletten eingenommen. Ich möchte aber noch nicht ausschließen, daß es Fremdeinwirkung gab. Vom Winkel der Einschnitte her die das Opfer aufweist, hat es wohl keinerlei Angst verspürt und wohl auch keine Schmerzen, da das Hineinstoßen des Messers scheinbar langsam und ohne Hast durchgeführt wurde, was allerdings nur sehr schwer alleine durchzuführen ist. Ich öffne nun den Körper."
Scully nahm ein Skalpell und machte einen Y-Schnitt vom Brustkorb bis zum Bauchnabel. "Die inneren Organe scheinen auf den ersten Blick gut ausgebildet zu sein und weisen keine Wachstumsstörungen oder Verwachsungen auf." Als Scully kurz aufblickte, bemerkte Sie einen kleinen Einstich neben dem Ohr des Opfers. "Dem Opfer wurde höchstwahrscheinlich auch etwas gespritzt, ich entnehme jetzt Blut und werde es in Washington zur Untersuchung einsenden."

Währenddessen hatte Ihr Partner schon 3 frühere Mitarbeiter der Sendung befragt. Keiner konnte ihm etwas zu den Vorfällen sagen. Auf Mulders Liste standen noch 4 Namen. Er hoffte von einem der 4 wenigstens einen kleinen Hinweis zu erhalten.
"Cheech Meecham" las Mulder auf seiner Liste. "Was ist denn das für ein Name?" fragte er sich. Er setzte sich in seinen Wagen und machte sich auf dem Weg zu Meechams Haus. Als er dort ankam war es inzwischen dunkel geworden. Er klopfte an der Vordertür. Es öffnete niemand. Im Keller des Hauses brannte aber Licht. Also ging er um das Haus herum und fand die Hintertür unverschlossen vor. Er ging ins Haus und rief nach Meecham. Es antwortete ihm aber niemand. "Mr. Meecham, hier ist das FBI. Sind sie zu Hause?" versuchte er es noch einmal. Er stand jetzt mitten im Haus. Er sah sich um. Die Zimmer waren spärlich eingerichtet, und scheinbar machte hier nie jemand sauber. Es roch muffig und überall lagen Zeitungen auf dem Boden verstreut. Mulder bückte sich und hob eine neuere Ausgabe auf. Die aufgeschlagene Seite zeigte ein Foto des letzten Opfers. Es war rot umrandet. Mulder ließ die Zeitung fallen und zog seine Waffe. Er erinnerte sich im Keller des Hauses Licht gesehen zu haben. Er öffnete langsam die Kellertür und stieg leise die Treppen hinunter. Unten glaubte er seinen Augen kaum zu trauen. Überall hingen Fotos der ersten drei Opfer und Zeitungsberichte über deren Tod. Er erblickte auch Fotos der neuen Opfer die Scully gerade obduzierte. "Oh mein Gott." War alles was ihm dazu einfiel. Er lief in den hinteren Teil des Raumes und sah, daß sich dort so etwas wie eine Geheimtür befand. Er trat näher heran. Gerade als er sie öffnen wollte, wurde diese von innen aufgestoßen. Sie prallte Mulder direkt ins Gesicht. Er fiel nach hinten und schlug hart mit dem Kopf auf dem Boden auf. Für eine Sekunde verlor er fast die Besinnung, doch er riß sich zusammen und rappelte sich wieder auf. Die Person die sich hinter der Tür versteckt hatte, war inzwischen die Kellertreppe hinaufgerannt und wollte scheinbar aus dem Haus flüchten. Bis Mulder wieder einigermaßen gerade gehen konnte hörte er die Haustür zufallen. Er rannte die Treppe hinauf und blieb im Wohnzimmer stehen um sich umzusehen. Alles drehte sich und sein Kopf tat höllisch weh. Er faßte sich an die Stirn und sah, daß Blut an seinen Fingern klebte. Er achtete aber nicht weiter darauf sondern wandte sich der Haustür zu und wollte sie öffnen um den Flüchtigen zu verfolgen. Doch sie war verschlossen. Bevor er etwas unternehmen konnte, schlug ihn Meecham mit einer Flasche nieder. Er hatte sich auf der Treppe direkt neben der Haustür versteckt.

Meecham drehte den bewußtlosen Mulder um. Er hatte eine Platzwunde an der Stirn. Sonst schien er ganz in Ordnung zu sein. Er öffnete Mulders Mantel und holte seinen FBI-Ausweis heraus. "Special Agent Fox Mulder, aha, jetzt ist schon das FBI hinter uns her. Nun Fox, dann werden wir mal dafür sorgen, daß sie uns nicht mehr in die Quere kommen." Er hievte Mulder auf seine Schultern und legte auf den Rücksitz seines Wagens. Nach ca. 10 Minuten Fahrt kam er an einem alten Haus etwas außerhalb der Stadt an. Er klopfte an der Tür. Es öffnete ein älterer Mann mit einem Arztkittel.
"Dieser Mann hier ist vom FBI. Sie sind uns auf die Schliche gekommen." Sagte Meecham.
"Dann müssen wir dafür sorgen, daß wir ein Ass im Ärmel haben, falls sie uns wirklich erwischen sollten." Antwortete der ältere Herr.
"Wollen Sie ihn auch hypnotisieren Dr. Jessey?" fragte Meecham.
"Mhm, mal sehen, schaffen wir ihn erst mal in den Keller.
Zusammen trugen Sie Mulder in den Keller.
Dort angekommen nahm Jessey Mulders Handschellen und kettete diesen an die Heizung. Danach lief er in die Küche und holte eine kleine Flasche. Er öffnete sie und hielt sie Mulder unter die Nase. "Na komm schon, wach auf, wach auf" sagte er beschwörend. Plötzlich hob Mulder den Kopf und stöhnte leise. "Gut so, los wach werden!" er klopfte Mulder auf die Wange. Dieser kam nun endgültig zu sich.

Mulder öffnete langsam die Augen. Vor ihm stand ein Arzt und neben ihm Meecham. Er spürte seine Handschellen an den Handgelenken und versuchte aufzustehen was ihm aber nicht gelang. Diese Leute hatten ihn wohl an die Heizung gekettet. Er beobachtete wie Meecham in eine andere Ecke des Raums lief um etwas zu holen. Mulder versuchte sich irgendwie von den Handschellen zu befreien, aber es hatte wohl keinen Sinn. Dieser Arzt beobachtete ihn nur ruhig. Er sah, daß man seine Taschen ausgeräumt hatte. Auf dem Boden neben ihm lag sein Handy. "Nun kommen Sie schon Scully. Rufen Sie mich an!" dachte er. Sicher würde Scully mißtrauisch werden wenn er nicht abnahm. Meecham kam wieder zurück. Er hatte eine Spritze geholt und gab diese dem Arzt. Dieser füllte aus einem Fläschchen etwas ein. "Nein!" schrie Mulder doch der Arzt zuckte nicht mal mit der Wimper. Mulder trat nach Meecham der am Ende seiner Beine stand und erwischte ihn frontal auf der Brust. Dieser kippte um, stand aber gleich wieder auf und hielt Mulder jetzt fest. Jetzt sprach der Arzt das erste mal: "Verdammt nochmal Mister, sie machen es einem aber auch wirklich schwer." "Was wollen Sie denn? Sie, Sie können mit mir doch gar nichts anfangen. Wenn Sie mich töten, werden Sie mit Sicherheit gefaßt. Jeder wird Ihren Namen kennen, sie werden jeden verdammten Bullen der USA hinter sich her haben!" schrie Mulder.
Meecham grinste nur. "Er weiß noch nicht, daß das getan werden muß." Mulder sah Meecham an. Er verstand nicht was er meinte. Der Arzt trat nun von der Seite an Mulder heran, so daß dieser nichts mehr unternehmen konnte und spritzte ihm das Mittel. Dr. Jessey kniete sich vor Mulder.
"Fox, hören Sie mich?" fragte er in einem ruhigen Tonfall.
"Fox?"
"Ja." antwortete dieser leise.
"Gut. Fox hören Sie mir zu. Ich will, daß Sie sich jetzt entspannen. Ganz tief aus und einatmen. Langsam. Entspannen Sie sich." Sagte er beschwörend.
"Fox, sie fühlen sich jetzt sicher und geborgen. Sie sind an einem Ort, an dem sie niemand stören kann. Sie sind entspannt und zufrieden. Sie hören nichts außer meiner Stimme. Hören Sie meine Stimme Fox?"
"Ja"
"Atmen sie tief aus und ein. Bei jedem Atemzug werde ich zählen. Wenn wir bei 10 angekommen sind, fallen Sie in einen tiefen Schlaf. Sie hören mir dann aber immer noch zu Fox. Sie hören dann nur meine Stimme. Sie wachen wieder auf, wenn ich "Aufwachen" sage. Und nur wenn ich es sage. Haben Sie das verstanden?"
"Ja"
"Schön. Dann zähle ich jetzt bis 10........"

Scully hatte inzwischen die Autopsien an den Leichen beendet. Alle hatten irgendwo Einstiche gehabt. Sie hatte von allen Blutproben mit dem Flugzeug nach Washington bringen lassen. Morgen früh würde sie die Ergebnisse abfragen können. Inzwischen war es schon nach 22.00 Uhr und Mulder war immer noch nicht aufgetaucht. Sie beschloß, sich erst mal zu duschen. Wenn Mulder bis dahin noch nicht aufgetaucht war, würde sie ihn mal anrufen.

"Fox, Sie werden alles tun was ich sage, wenn ich Sie mit Fox anspreche. Haben Sie das verstanden?"
"Ja" antwortete Mulder deutlich.
"Wenn ich sage "Ende" werden Sie wieder aus der Trance erwachen."
"Ja"
"Gut. Sie werden sich wenn Sie jetzt aufwachen an nichts mehr erinnern, was ich ihnen gerade gesagt habe, aber Sie werden alles so tun wie ich es ihnen aufgetragen habe. Das werden Sie doch oder Fox?"
"Ja"
Gut, wenn ich Sie jetzt aufwecke, dann schlafen Sie noch ein paar Minuten. Wenn Sie dann zu sich kommen, werden Sie denken, daß nichts von dem Moment an passiert ist, nachdem Sie niedergeschlagen wurden. Dann "Aufwachen"!"
Jessey sah wie Mulder kurz zuckte, dann aber wieder einschlief. Schnell löste er die Handschellen und steckte sie Mulder wieder ein. Auch sein Telefon und seinen Ausweis steckte er Mulder wieder in die Tasche. Dann gab er Meecham die Anweisung Mulder wieder in sein Haus zu bringen und ihn wieder da hinzulegen, wo er ihn niedergeschlagen hatte.

Als Mulder wieder zu sich kam, lag er auf dem Fußboden neben der Tür in Meechams Haus. Sein Kopf dröhnte. Er stand langsam auf und sah sich um. Meecham hatte ihn scheinbar KO geschlagen und war dann verschwunden. Er beschloß, Scully abzuholen und hierher zu bringen, damit sie die Beweise hier im Haus sichern konnten.

Scully war gerade aus der Dusche gestiegen als es an der Tür Ihres Motelzimmers klopfte. Sie schaute schnell durch den Spion. Mulder stand vor Ihrer Tür und hatte eine Wunde am Kopf. Sie wickelte sich schnell ihr Badetuch fester um den Körper und öffnete die Tür.
"Mulder, was ist denn mit Ihnen passiert?" fragte Sie besorgt.
"Ich habe unseren Killer gefunden Scully. Es ist Cheech Meecham. Er hat bei der Show als Beleuchter gearbeitet." Erklärte Mulder.
"Hat er Sie niedergeschlagen?" fragte sie besorgt und untersuchte Mulders Platzwunde.
"Mhm, aber das ist nicht weiter schlimm. Als ich wieder aufwachte war er weg. Wir müssen so schnell wie möglich die Spurensicherung in das Haus schicken. Im Keller werden wir so einige Beweise finden. Kommen Sie Scully, sie müssen sich das auch ansehen."

Auf dem Weg zu Meechams Haus erzählte Scully was sie bei den Autopsien herausgefunden hatte: "Dieser Leute bekamen wahrscheinlich alle eine Art Beruhigungsmittel gespritzt. Das bedeutet, daß keiner während der Sendung so hypnotisiert werden konnte. Vielleicht hat Meecham das hinterher getan. Die Leute die aus dem Publikum als Kandidaten gezogen wurden, mußten später für die Kartei der Sendung ihren Namen und ihre Anschrift abgeben. Vielleicht hatte er es daher so leicht die Leute wiederzufinden."
"Mh, ja, da könnten Sie recht haben Scully. Aber wo sollte er so ein Beruhigungsmittel her haben? Wissen wir schon bei welchem Arzt Meecham Patient ist?"
"Nein, aber ich bin sicher, daß die hier zuständigen Behörden eine Akte über Meecham zu seinem Haus mitbringen werden. Wir müssen auch etwas über seine Krankengeschichte erfahren. Vielleicht werden wir im Haus eine Antwort finden." Sagte Scully zuversichtlich.

Als sie bei Meechams Haus ankamen, waren schon einige Beamten dabei Spuren zu sichern und Beweise aus dem Haus zu bringen. Mulder und Scully betraten das Haus und gingen in den Keller.
"Hinter dieser Tür hatte sich Meecham versteckt. Ich möchte mal wissen was sich hinter Tor Nummer 1 verbirgt." Grinste Mulder.
"Na, dann Sesam öffne Dich". Scully schwang die Tür auf. In der Kammer befand sich gar nichts. Scully seufzte und lief wieder hoch ins Wohnzimmer während Mulder die Kammer betrat. Er sah sich genauer in der Kammer um.

Scully stand oben im Wohnzimmer und sah sich die Zeitungsausschnitte an. Mulder kam gerade langsam die Treppe nach oben.
"Ich habe etwas gefunden Scully.
"Was denn?"
"Hinter einem losen Stein in der Wand fand ich diese Medikamente." Er reichte Scully ein paar Fläschchen.
"Das sind Medikamente gegen Knochenschwund Mulder. Meecham hat wahrscheinlich nicht mehr lange zu leben. Vielleicht tötet er deshalb diese Leute."
"Ja, oder er bringt sie dazu sich selbst zu töten." spekulierte Mulder.
"Vielleicht kann uns sein Arzt ja ein paar Informationen geben. Wissen wir schon wer das ist?" fragte Scully einen jungen Agenten der neben ihr stand.
"Einen Moment, ich schaue mal nach;" antwortete dieser, "ein gewisser Dr. Jessey."
"Jessey?" fragte Mulder überrascht.
"Mulder, das ist...."begann Scully.
"Ja, das ist der Arzt, der die Autopsien an den Leichen durchgeführt hat. Oh mein Gott Scully. Er ist es."
"Was?" fragte Scully. Sie wußte nichts mit dem anzufangen was Mulder da von sich gab.
"Er hat die Leute umgebracht. Wenn Meecham an Knochenschwund leidet, dann benutzt er diese Menschen vielleicht als Versuchskaninchen. Und er benutzte diese Fernsehsendung um nicht aufzufliegen indem er die Leute hypnotisiert hat. Verstehen Sie Scully?"
"Mulder, das hört sich aber ziemlich weithergeholt an. Denken Sie wirklich, daß dieser Dr. Jessey diese Leute entführt, sie für seine Versuche mißbraucht, und sie dann hypnotisiert damit sie sich selbst umbringen?"
"Nein, er macht das alles nur um nicht aufzufliegen. Das ist doch die perfekte Tarnung. Meecham ist sicher einer seiner Patienten. Wer weiß, wer nicht noch alles zu seinem "Team" gehört. Wir müssen unbedingt alle Patienten überprüfen die an dieser Krankheit leiden." erklärte Mulder.
"Das wird nicht so einfach sein. Diese Art von Medikamenten wird auch bei anderen Krankheiten eingesetzt. Wir müßten dann quasi alle Menschen im Umkreis überprüfen, die eines dieser Symptome aufweisen." versuchte Scully den Übermut ihres Partners zu stoppen.
"Dann müssen wir diesen Dr. Jessey finden!"
In diesem Moment klingelte auf dem Couchtisch das Telefon. Mulder signalisierte einem in der Nähe sitzenden Agent, daß er schnell das Abhörgerät einschalten solle. Dann nahm er den Hörer ab.
"Ja?"
"FOX sind Sie nicht müde?" sagte der Anrufer nur. Dann wurde wieder aufgelegt.
Scully sah, wie Mulder kurz schwankte, dann aber den Hörer auch wieder auflegte. "War er das?" fragte sie.
"Ich habe keine Ahnung Scully." erwiderte Mulder.
Sie sah ihren Partner genau an. Er hatte glasige Augen. Vielleicht hatte er ja doch etwas durch den Schlag auf den Kopf abbekommen.
"Mulder, Sie sollten sich etwas hinlegen. Sie sehen müde aus."
"Ja, das sollte ich wohl." Antwortete er nur.
Was war denn das? Mulder hörte auf sie? Scully konnte es gar nicht glauben. Sie sah ihn verwundert an, doch dann beschloß sie, daß es wohl das beste wäre, wenn sie Mulder ins Motel fahren würde.

Mulder war erstaunlich ruhig im Wagen.
"Fühlen Sie sich nicht wohl?" fragte ihn Scully.
"Ich bin nur ein wenig müde" antwortete dieser.
"Ich werde in ein paar Stunden dann mal zu Ihnen rüberkommen, wenn Sie sich ausgeschlafen haben. Dann werde ich Sie mir mal genauer ansehen."
"Mhm"
Im Motel angekommen brachte sie Mulder in sein Zimmer und ging dann selbst zu Bett.

Es klopfte an Mulders Moteltür. Er sah auf die Uhr. 3.23 Uhr. Scully konnte das unmöglich sein. Er fühlte sich so müde....dann hörte er eine Stimme:
"FOX, machen Sie die Tür auf." "Fox, machen Sie auf." Sagte Jessey nochmal.
Dann öffnete der FBI-Agent endlich die Tür. Meecham beobachtete ihn. Es hatte wieder funktioniert. Dr. Jessey war wirklich der Beste. Der Agent stand voll unter seiner Kontrolle. Er stand einfach nur da und wartete, daß der Doktor ihm neue Anweisungen gab.
"Fox, kommen Sie mit." Sagte Jessey und Mulder folgte ihm zu seinem Wagen. Dann fuhren sie davon.

Scully wachte auf. Sofort dachte sie an Mulder. Sie drehte sich um und sah auf ihren Reisewecker. 6.35 Uhr. Mulder hatte sich jetzt wohl genug ausgeruht. Sie stand auf und zog sich ein paar Kleider an. Als sie an Mulders Tür klopfen wollte, bemerkte sie, daß diese geöffnet war. Sie lief schnell zurück in ihr eigenes Zimmer und holte ihre Waffe. Danach rannte sie gleich wieder zu Mulders Tür. Mit dem Fuß stieß sie diese auf und stürmte in das Zimmer. Sie sah sich um. Es war niemand zu sehen. Mulders Bett war benutzt, aber er war nicht mehr da. Seine ganzen Sachen lagen aber noch im Zimmer.
"Verdammt!" preßte Scully hervor.
Sie lief zurück in ihr Zimmer um die FBI Außenstelle zu alarmieren.

Mulder öffnete langsam die Augen. Das erste was er sah, war nur weiß. Dann setzte sich das Bild langsam zusammen. Er starrte an eine Decke. Dann hörte er aus der Ferne Stimmen.
"Er kommt zu sich."
Er drehte den Kopf und sah einen Vorhang. Dieser wurde zurückgezogen. Ein junger Arzt stand vor seinem Bett.
"Mister Mulder. Schön, daß Sie endlich aufgewacht sind." sagte dieser.
"Wo bin ich?" fragte Mulder heiser.
"Sie sind auf der Intensivstation des Mary-Hospitals in Sioux City. Sie hatten einen Autounfall. Können Sie sich an irgend etwas erinnern?"
"Nein...ich weiß nicht," antwortete Mulder leise, "Doktor, was ist passiert? Ich kann mich nicht bewegen."
Der Doktor blickte verlegen zu Boden. "Mister Mulder, es tut mir leid, aber bei dem Unfall wurde ihre Wirbelsäule zerquetscht und dabei wurde ihr Rückenmark durchtrennt. Es tut mir leid, aber im Moment sind sie ab dem 6. Halswirbel gelähmt. Wir haben alles versucht."
"Was? Aber... wie, wie konnte ich nur in einen Unfall geraten? Wie kann so was nur passieren, oh Gott!" flüsterte Mulder in Panik.
"Ich werde ihnen jetzt etwas injizieren, dann werden Sie erst mal schlafen. Beruhigen Sie sich. Sie haben noch ein langes Leben vor sich." sagte der Arzt sanft.
"Leben? Sie nennen das Leben? Ich kann mich vom Hals ab nicht bewegen." Antwortete Mulder verbittert.
"Das wird schon... ruhen Sie sich aus." Der Arzt spritzte Mulder ein Beruhigungsmittel.
"Rufen Sie bitte meine Partnerin an. Agent Dana Scully." sagte Mulder noch bevor er einschlief.

Jessey sah den jungen Arzt zufrieden an.
"Das haben Sie sehr gut gemacht Frank."
"Danke Doktor." Erwiderte dieser erfreut.
"Er darf hier auf keinen Fall raus. Ich möchte, daß sie ihn ständig beobachten Frank, das können Sie doch, oder?" fragte Jessey streng.
"Natürlich. Er kann ja sowieso nicht viel tun."
"Aber seine Partnerin kann. Sie darf ihn auf keinen Fall finden. Wir müssen das unbedingt verhindern."
"Gut. Dr. Jessey. Machen Sie sich keine Sorgen."

Scully stand vor Hornsteen und schrie diesen an: "Verdammt noch mal! Es wird doch wohl möglich sein herauszufinden, wo sich dieser Dr. Jessey aufhält!"
"Wir versuchen alles, Agent Scully." gab dieser kleinlaut zurück.
"Dann finden Sie heraus, ob er ein Zweithaus besitzt oder einen Wagen und ob der irgendwo zugelassen ist aber tun Sie was!!!!"
Sie drehte sich um und machte sich auf den Weg zu Jesseys alter Praxis die schon seit 1 Jahr geschlossen war.
Als sie dort ankam fluchte sie: "Ich hätte es wissen müssen. Mein Gott, der Kerl sagte es doch laut und deutlich "Fox sind Sie nicht müde?". Verdammt!" Ein Passant sah sie verwundert an. Erst jetzt merkte Scully, daß sie laut redete.
"Verzeihung." Murmelte sie und öffnete die Tür zu Jesseys alter Praxis.
Drinnen sah sie sich um. Alle Möbel waren abgedeckt, aber es schienen noch alle Unterlagen hier zu sein.
Sie suchte einen Karteischrank und fing an darin rumzuwühlen. Nach einiger Zeit fand sie das Krankenblatt eines Mannes, der wie Meecham an Ostheoporose litt. Dieser Mann hatte die gleichen Medikamente wie Meecham auf seiner Karteikarte stehen. Nur einen Namen kannte sie nicht der da stand: LABCOM.
"Was ist denn das?" dachte sie. Dann suchte sie nach Meechams Krankenblatt. Auch dies fand sie schnell. Wieder der Name LABCOM.
"Das ist es." Sagte sie laut. Schnell zog sie ihr Handy aus der Tasche und wählte die Nummer von Agent Hornsteen.
"Scully. Hornsteen, Sie müssen sofort alle Suchaktionen auf den Namen LABCOM umändern."
"Labcom, was soll denn das bedeuten Agent Scully?" fragte dieser verwundert.
"Das ist der Deckname von Dr. Jessey. So hält er seine Forschungen geheim. Versuchen Sie über die Post oder Kurierdienste herauszufinden, wohin schon mal Medikamente unter diesem Namen geliefert wurden."
"Verstanden. Ich melde mich, wenn ich was gefunden habe." Scully legte auf. Sie beschloß, noch ein wenig in der Praxis nach LABCOM zu suchen. Vielleicht fand sie ja heraus was das war und vor allem WO es war.

Jessey betrat das Zimmer, wo Mulder lag.
"Und Frank, wie sieht es aus?" fragte er.
"Er schläft noch immer. Ich denke, daß er nicht so schnell wieder wach wird."
"Gut. Wie ist es mit der Betäubung? Alles in Ordnung?"
"Ja, alles klar."
"Dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Wenn sie nicht mehr nach ihm suchen, werden wir ihn in unsere Forschungen mit einbeziehen. Dann haben wir ein weiteres, und dazu noch sehr geeignetes Versuchsobjekt."

Scully schreckte hoch. Ihr Handy hatte endlich geklingelt. Nach 2 ewigen Stunden.
"Scully." antwortete sie neugierig.
"Hier ist Hornsteen. Wir haben etwas Agent Scully. Die Post hat uns eine Adresse gegeben. Dorthin wurde vor 2 Monaten ein Einschreiben mit dem Betreff "LABCOM" geschickt."
"Gut. Wo muß ich hinfahren?"
"Sollen wir nicht lieber mit mehreren Leuten dahin?" fragte Hornsteen erstaunt.
"Nein, ich weiß nicht, was das für eine Einrichtung ist und in was für einer Lage sich Mulder befindet. Ich werde erst mal alleine hinfahren. Wenn ich es für angemessen halte, werde ich Sie verständigen."
"In Ordnung, die Adresse ist "Woodstreet 23" hier in der Stadt. Es liegt etwas außerhalb. Vielleicht auch im Wald." Erklärte Hornsteen.
"Gut. Vielen Dank." Scully legte auf und ging sofort zu ihrem Wagen.

Nach ca. 15 Minuten Fahrt fuhr sie an einem alten Haus vorbei. Es mußte das Haus sein, das Hornsteen ihr beschrieben hatte. Um nicht aufzufallen, hielt sie erst einige Hundert Meter weiter vorne an. Dann stieg sie aus dem Wagen und lief schnell zu dem Gebäude. Sie schlich sich geduckt an die Vordertür. Diese war natürlich verschlossen. Die Hintertür auch. Dann sah sie, daß ein Fenster an der Rückseite des Hauses offen stand. Sie schlich sich heran und horchte. Es war niemand zu hören. Also stieg sie ein.

Drinnen bemerkte Sie, daß sie in einem Badezimmer gelandet war. Sie öffnete die Tür einen Spalt. Auch in dem restlichen Gebäude schien sich niemand aufzuhalten. Sie trat vorsichtig hinaus. Das Haus war rustikal eingerichtet. Spärlich, aber nicht auffallend. Die Tür zum Keller stand offen. Sie schlich sich hinunter. Dort angekommen wagte sie ihren Augen nicht zu trauen. Hier war alles modern eingerichtet. Eine richtige Krankenstation. Hier unten gab es riesige Räume und lange Gänge die weit über die Größe des gesamten Hauses hinausragten. Sie schlich durch einige Gänge. Hier waren nirgendwo Leute zu sehen. Als sie um die nächste Ecke bog, erschrak sie. Vor ihr öffnete sich ein riesiger Raum. In diesem Raum standen überall Betten mit Menschen darin, die aber alle bewußtlos waren. Sie wagte nicht den Raum zu betreten, da sie dachte, daß dieser sicher videoüberwacht sein würde. All diese Menschen! Es waren mindestens 50, wenn nicht mehr. Sie sah sich die Reihen nacheinander an. Mulder lag nirgendwo dabei. Also mußte sie weitersuchen.
Zwei Gänge weiter sah sie einen Mann vor einer Tür Wache stehen. Das mußte das Zimmer sein in das man Mulder gebracht hatte. Sie hatte zwar keine Ahnung was sie da drin erwartete, aber sie mußte jetzt schnell etwas unternehmen. Sie zog ihre Waffe und stürmte auf den Mann los. Dieser drehte sich erschrocken um, wagte es aber nicht, einen Ton zu sagen, da er direkt in den Lauf von Scullys Pistole blickte.
"Los! Rein in das Zimmer" befahl Scully ihm flüsternd.
Der Mann gehorchte. Drinnen sah Scully Mulder im Bett liegen. Er war nicht bei Bewußtsein. Sie verschloß die Tür. Dann fesselte sie den Mann mit ihren Handschellen an das zweite Bett, das im Raum stand.
"Was haben Sie mit ihm gemacht?" fragte Scully.
Der Mann antwortete nicht.
"Sie können mir glauben, daß ich das Ding benutze, wenn es nötig ist. Na los! Sagen Sie mir was sie mit ihm gemacht haben!" Sie drückte dem Mann die Pistole gegen die Brust.
Dieser bekam es nun doch mit der Angst zu tun und sagte in Panik:
"Schon gut. Schon gut. Bitte erschießen Sie mich nicht."
"Dann rücken Sie endlich mit der Sprache raus!"
"Wir haben nichts mit ihm gemacht. Gar nichts. Er ist nur betäubt."
"Aha. Und was ist mit diesem Katheter hier?" Sie hielt einen Schlauch in die Höhe.
"Hören Sie, ich verstehe doch so gut wie gar nichts von Medizin. Ich weiß nur, daß er etwas gemacht hat, damit er sich nicht mehr bewegen kann."
"ER? Meinen Sie Jessey?" Der Mann blickte zu Boden. Mulder hatte also recht gehabt. Jessey benutzte diese Menschen für seine Experimente. Scully vermutete, daß man Mulder einen Katheter in die Wirbelsäule gelegt hatte der ein Mittel enthielt, das ihn bewegungsunfähig machte. Bevor sie aber irgend etwas hier anfasste, mußte sie Jessey finden. Also drehte sie nur den Zufluß für den Katheter zu. Vielleicht würde Mulder ja bald zu sich kommen. In diesem Moment rammte jemand die Tür. Es versuchte jemand Zutritt zu erlangen.
"Frank! Öffnen Sie die Tür!" schrie jemand.
Scully horchte. Es konnten nicht mehr als 2 Leute da draußen sein. Also öffnete sie die Tür. Hereingestürmt kamen Meecham und ein Arzt. Das mußte Jessey sein. Scully hielt sie mit ihrer Waffe in Schach.
"Verdammt!" sagte Meecham. Jessey sah Scully nur verbittert an.
"Ich will, daß Sie sich umdrehen! Alle beide!" befahl Scully. Meecham und Jessey gehorchten. Die beiden standen nun mit den Gesichtern zur Wand. Scully zog ihr Handy aus der Tasche und rief Verstärkung.
Nach ca. 10 Minuten traf diese ein und nahm Jessey, Frank und Meecham fest. Die anderen Menschen brachte man in umliegende Krankenhäuser. Ein Arzt stand an Mulders Bett und entfernte gerade den Katheter und alle Infusionen. Scully trat heran und fragte: "Was ist nun mit ihm?"
"Keine Sorge, Miss. Er kommt wieder in Ordnung."
"War das ein Wirbelsäulenkatheter?"
"Ja, direkt plaziert am 6. Halswirbel. Aber ich denke, in ein paar Stunden wird er schon wieder laufen können."
"Gut, danke. Ich werde hier warten, bis er aufwacht." Der Arzt nickte und verließ den Raum.

Mulder öffnete langsam die Augen. Sofort schoß ihm wieder der Gedanke in den Kopf: Du bist gelähmt!
Er drehte den Kopf zur Seite. Auf dem Bett neben ihm lag Scully und war eingeschlafen. Sie hatten sie also angerufen. Er rief leise nach ihr. Sofort schreckte sie hoch.
"Mulder!" sie rieb sich die Augen "Wie geht es ihnen?"
"Na ja, nicht so gut." Gab er offen zu. "Ich kann mich nicht bewegen Scully."
"Aber nein!" erwiderte sie sanft und stand auf. Sie nahm seine Hand in die ihre.
"Ich kann Sie spüren!" sagte Mulder verwundert und starrte auf seine Hand und die von Scully.
"Sie sind nicht gelähmt Mulder!" sagte Scully.
Mulder atmete erleichtert aus. Tränen traten in seine Augen. Dann sah er Scully an "Aber, der Arzt sagte mir, daß mein Rückenmark durchtrennt sei. Und ich kann mich immer noch nicht bewegen."
"Man hat sie nur betäubt Mulder. Das war Jessey. Er hat sie hierher gebracht und Sie in dem Glauben gelassen, daß Sie einen Unfall hatten. Die anderen haben ihn schon verhört."
"Ich bin ja so froh! Sie glauben gar nicht, was das für ein Gefühl war Scully."
"Schon gut. In ein paar Stunden werden Sie wieder der Alte sein."

Eine Woche später tippte Scully ihren Abschlußbericht zu dem Fall: In diesem Moment betrat Mulder den Raum.
"Sind sie fertig Scully?"
"Ja" sagte sie kurz und sah ihn an.
"Gut, dann los! Wir gehen Joggen! Sie wissen gar nicht wie schön laufen sein kann!"
Scully grinste und stand auf um ihn zu begleiten.

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