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Akte X -
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FINAL NIGHT

Die letzte Folge von Akte-X

 

Datum: 18.10.1999

Zeit: 01:23 Uhr

Ort: Irgendwo in einem Wald , nördlich von Washington

Sich schnell fortzubewegen war schwer in diesem Dickicht. Immer wieder schlugen Äste auf das Gesicht ein. Die Füße versanken bei jedem einzelnen Schritt in den vom Regen durchnäßten Boden. Die Haare waren ganz naß und hingen ins Gesicht. Durchnäßt und völlig erschöpft rannte Mulder immer noch mit voller Energie durch den Wald. Sein Gesicht war völlig zerkratzt von den immer wieder auf ihn einschlagenden Tannenzweigen. Kleine Blutbäche flossen über seine Wangen. Mulder keuchte und hielt für eine kurze Pause an. Er horchte und versuchte im Dunkeln ohne seine Taschenlampe sich zu orientieren. Stille brach für einen Moment aus. Doch plötzlich bewegten sich in der Nähe ein paar Zweige.
Da war er wieder. Ein dunkle Gestalt rannte nur ein paar Meter von Mulder entfernt in Richtung Osten. Sofort rannte Mulder blindlings hinterher. Nun hatte auch Scully endlich Mulder fast eingeholt. Mit der Taschenlampe in der einen und der Waffe in der anderen lief sie hinter Mulder her.
“Bleiben Sie stehen sie Schwein!”, rief Mulder von noch nie gekannter Wut. Doch Krycek ließ sich nicht von Mulders Worten beeindrucken. Er rannte immer noch durch das Dickicht. Doch Mulder holte immer wie mehr auf. Krycek war schnell, doch seine Prothese am Arm machte ihn langsamer. Er stolperte. Kam jedoch im selben Moment wieder hoch. Endlich ein Waldweg dachte Krycek und begab sich auf den größeren Pfad und rannte weiter. Jetzt war auch Mulder auf diesem Weg und holte auf. Drei Sekunden kam auch Scully aus dem Dickicht und keuchte vor sich hin. Mulder war nur noch ca. 4 Meter von Krycek entfernt. Mit einem großen Sprung nach vorne brachte Mulder Krycek zu Boden. Mulders Augen blitzen auf, als er seine Waffe zog und sie auf Kryceks Kopf richtete.
“Sie verdammtes Schwein. Jetzt werden Sie für all die Dinge büßen, die Sie mir angetan haben.” Kryceks Angst war förmlich aufs Gesicht geschrieben. “Ich wußte doch nicht, daß in diesem Wagen ihre Mutter und Ihre Schwester waren! Ich habe doch bloß nur einen Befehl ausgeführt, man.
“Ja, aber leider den falschen, den Sie jetzt mit Ihrem Leben bezahlen werden sie Schwein!” Mulders zittrige Hände waren bereit zum Abdrücken.
“Nein!” schrie Scully, die soeben die beiden aufgeholt hatte. Sie richtete Ihre Waffe auf Mulder. Zitternd stand sie da, mit weit aufgerissenen Augen. “Mulder, zwingen Sie mich nicht, es erneut zu tun, bitte legen sie die Waffe weg!” Mulders Verwirrung war ihm im Gesicht geschrieben. Er schwankte regelrecht und brach schreiend in Tränen aus.
“Sie begreifen wohl gar nichts Scully! Dieser Mistkerl hat meine Eltern und meine Schwester auf dem Gewissen. Er muß dafür bezahlen. Wir haben ihn in den Jahren genug geschont. Jetzt ist die Zeit gekommen abzurechnen!”
“Und was ist mit der Wahrheit? Er kennt sie, Mulder. Wollen Sie jetzt wirklich alles aufs Spiel setzen?” Scully bewegte sich ein paar Schritte näher.
“Die Wahrheit ist mir egal, Scully. Diese verdammte Wahrheit hat mich meine ganze Familie gekostet. Sogar Ihre Schwester mußte für die Wahrheit sterben....und all unsere Informanten. Ich habe genug von alldem. Ich habe niemanden mehr.....”
Scully sank ihre Waffe und ging auf Mulder zu. Behutsam legte sie ihre Hand auf seine Schulter. Mulder zitterte am ganzen Leib. Seine Augen war ganz rot von all den Tränen der Trauer und Wut in letzter Zeit.
“Sie haben immer noch mich....Fox!” In diesem Moment wurden alle von einem grellen Licht geblendet. Das Licht bewegte sich direkt auf sie zu. Das Licht kam immer schneller auf sie zu und machte schließlich kurz vor ihnen halt. Erst jetzt konnten sie erkennen, daß es ein schwarzer Wagen war. Die beiden Vordertüren gingen auf und zwei schwarzgekleidete Männer öffneten schließlich die beiden Hintertüren. Heraus traten zwei etwas älter wirkende Herren. Mulder wußte sofort um wen es sich handelte. Im Dunkeln konnte man sehr gut die kleine, rote Glut einer Zigarette erkennen. Für einen kurzen Augenblick leuchtete die Glut auf und erlosch dann kurz hinterher, als sie zu Boden geworfen wurde.
Während die beiden jüngeren Männern beim Wagen blieben, bewegten sich die beiden älteren Herren auf Mulder, Scully und den äußerst in Angst versetzten Krycek zu.
“Sie sind wohl nicht zu stoppen, Mr. Mulder”, spottete der “gut manikürte Mann””.
Mulder hatte dieses Mal kein Lächeln auf den Lippen wie sonst.
“Wenn der Krebskandidat sie mitschleppt, dann muß es ja äußerst wichtig sein, was !” Der Kettenraucher trat hervor und machte sich erneut eine Zigarette an. Er zog einmal kräftig daran und stieß den Rauch in die Nachtluft.
“Mr. Mulder es wird Zeit, daß wir alldem ein Ende bereiten.”
“Da sind wir ausnahmsweise einer Meinung!” , brüllte Mulder. “Wer von euch hat diesem Krycek den Auftrag gegeben, meine Mutter und dann auch noch gleich meine Schwester zu töten! Wer von euch Mistkerlen war es?”
Nun trat der “gut manikürte Mann” in den Vordergrund.
“Damit haben wir überhaupt nichts zu tun, Mr. Mulder. Dieser Mann der dort am Boden liegt, arbeitet schon lange nicht mehr für uns. Der “große Bär” wollte wohl ein Exempel statuieren. Sie sind im Osten wohl nicht ganz unbekannt.” Nun drängte sich auch Scully in den Vordergrund.
“Was soll das Gerede vom “großen Bär”? Der kalte Krieg ist längst vorbei.”
“Oh, Ms. Scully da liegen sie leider falsch. Nicht jeder vertritt die selben Interessen wie unsere Gruppe. Jedoch werden sie sich bald alle unserem Willen beugen müssen. Denn nächste Woche wird es endlich so weit sein. Der “Masterplan” wird in die Tat umgesetzt. Die Hegemonie einer gewissen Spezies wird nun endlich Wirklichkeit werden und das ewige Suchen nach der Wahrheit wird ein Ende haben.”
Inzwischen hat sich Krycek von Boden erhoben und sprach irgend etwas in Russisch. Der Kettenraucher trat an ihn und blies ihm den Rauch ins Gesicht.
“Ich dachte wir wären Sie nun endlich los geworden. Nun müssen wir es wohl endlich zu Ende bringen. Und dieses Mal werden wir sie nicht lebendig begraben.”
“Sie dreckiger.....” Weiter kam er nicht. Ein Schuß durchbrach die Stille, die im Wald herrschte. Mit einem Stöhnen brach Krycek zusammen.
Nun richtete der schwarzgekleidete Mann seine Waffe auf Mulder. Der zweite Mann auf Scully. Der “gut manikürte Mann” sah den Kettenraucher mit bösen Blicken an.
“Ich sagte Ihnen doch, daß ich ihn lebend will. Er hätte uns noch nützlich werden können!” “Wie denn? Was hätte er uns denn noch erzählen können. Auch wir haben unsere Agenten im Osten” Mulder und Scully standen da und verfolgten die Meinungsverschiedenheit der beiden. “Sie haben wohl innerhalb ihres Konsortiums auch noch selbst Probleme” erwähnte Mulder frech. “Sie werden mit ihrem Plan nicht durchkommen. Die Menschheit läßt sich nicht so einfach unterdrücken. Sie wird sich wehren. Ihre Macht hat Grenzen. Sie können nicht diesen ganzen Planeten beherrschen.”
“Oh, Sie unterschätzen unsere Fähigkeiten.”
Wut stieg in Mulder hoch. Er hatte nur noch einen Gedanken im Kopf: All dem ein Ende bereiten. Mulder wollte sich auf den Kettenraucher stürzen, um dafür zu sorgen, daß dieser nie mehr eine Zigarette rauchen würde. Doch Mulders Wut und Verzweiflung übersahen die beiden Männer im Hintergrund, von denen einer Mulder direkt in die Brust schoß. Mit einem lauten Schrei fiel Mulder zu Boden. Im selben Augenblick schoß auch Scully auf einen der Männer und streckte ihn mit einem gezielten Schuß nieder.
“Aufhören, sofort aufhören!”, rief der “gut manikürte Mann”. Stille brach aus. Mulder stöhnte am Boden und hielt sich seine blutende Wunde. Scully stand mit blassem Gesicht und zitternden Knien da und starrte auf den keuchenden Mulder.
“Sie waren ein guter Gegner Mr. Mulder, doch aus Ihrem Kreuzzug wird wohl nichts.” Die drei Gestalten begaben sich in den Wagen und fuhren davon. Wieder brach Stille aus, doch begann es wieder zu regnen. Scully kniete zu Mulder hin und legte dessen Kopf in ihren Schoß. “Mein Gott., Mulder Sie brauchen sofort einen Arzt.”
“Tja, nur schade, daß wir in einem Netzloch stecken. Somit sind unsere Handys wohl nur noch Schrott wert.” Scully mußte über diesen überraschenden Scherz von Mulder leise lachen. Ein Auto kam den Waldweg hochgefahren. Scully zog ihre Waffe und richtete sie auf den Wagen. Die Türe öffnete sich und ein großer, kräftiger Mann trat heraus. Scully atmete erleichtert auf, als sie sah, daß es Skinner war. “Wir brauchen sofort einen Krankenwagen!”, schrie Scully Skinner an. Skinner sagte nichts und stieg wieder in seinen Wagen um das Funktelefon zu benutzen.
“Aus unserem gemeinsamen Videoabend wir wohl nichts.”, seufzte Mulder leise.
“Sie dürfen jetzt nicht sprechen, Mulder!”
“Meine Zeit ist abgelaufen Scully, ich habe versagt, ich habe alles verloren. Meine Eltern, meine Schwester und den Glauben an die Wahrheit.”
“Fox, bitte ich....”
“Ich sagte ihnen doch, daß mich alle Mulder nennen sollen.”
“Sie....ach, verdammt nochmal.....Du wirst nicht sterben! Oh Gott hilf.” Scully kullerten Tränen aus ihren Augen.
“Dana, laß die Wahrheit ruhen, lauf weg vor ihr. Laß die Wahrheit in Ruhe. Dana....lauf weg.” “Ich werde Dich nicht verlassen, Fox....ich bleibe bei Dir.” Scully beugte ihren Kopf über Mulders. Für einen kurzen Augenblick berührten sich ihre Lippen.
“Dana, ich.....”
“Sag jetzt nichts, Fox. Mulder versuchte noch einmal ein Lächeln auf sein Gesicht zu kriegen, doch die Wunde tat zu sehr weh. Ein letztes Mal versuchte er noch, Scully etwas zuzuflüstern: “ Ich..........” Mulders Kopf sank zurück in Scullys Schoß. Sein Atem stand still, seine Augen schlossen sich langsam. Der Regen begann nun heftig auf die beiden niederzuprasseln. Scully brach in Tränen aus und ließ die Waldruhe durch einen Schrei durchbrechen:

“NEIN!!!!!”

Von weitem konnte man den Krankenwagen hören, doch jegliche Hilfe kam zu spät. Die Wahrheit verschwindet im Dickicht und zurück bleiben zwei Menschen, die von Anfang an für einander bestimmt waren, von denen einer jedoch den anderen verließ.

Die Wahrheit ist nicht mehr dort draußen!!!

Simon Dick