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of X

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Akte X -
Die Serie

Vergessene Schlüssel

"Komm schon Scully, was willst du sonst in deinen Ferien machen? 'Frühstück bei Tiffanys' lesen oder deine Medizin Magazine alphabetisieren?" "Ich werde meine Ferien genießen und ja, vielleicht das Buch lesen, auf das du so intensievst hinweist -- du hättest wohl gerne, daß ich mit nach Quonochantaug komme und dir helfe, die Hütte aufzuräumen?" "Yep, da triffst du den Nagel auf den Kopf." "Wir sehen uns doch hier oft genug, warum sollte ich auch noch meinen Urlaub mit dir verbringen?" "Weil du weißt, daß ich dich schrecklich vermissen würde, und wenn du nicht in der Nähe bist, halse ich mir wieder Unmengen von Problemen auf und du mußt her rennen und mir heraushelfen." "Traurig aber wahr. Aber, was ist der wahre Grund, warum ich mitkommen soll?" "Wenn du genausogut einen Pinsel schwingen kannst, wie du deine Pistole schwingst...", sagte er, grinste sie an und rieb treudreinblickend seine Schulter. "Die Arbeit geht schneller voran und ich muß dich nicht mitten in der Nacht anrufen und dir mein Leid klagen. Wie wärs, Scully? !!!!Es wird ein netter Ausflug in den Wald."!!!! "Mulder, soll ich dich daran erinnern, was das letzte Mal passiert ist, als du mir einen 'netten Ausflug in den Wald' versprochen hast?" "Oh, ja, tut mir leid deswegen." "Mulder..." "Ja?" "Wann fahren wir los?" "Ernsthaft?" "Warum bist du dich aufeinmal so enttäuscht?" "Weil ich den halben Tag damit verbracht habe, mir Gründe einfallen zu lassen, wie ich dich dazu überreden kann und bis jetzt bin ich noch überhaupt nicht zu den guten gekommen." "Spar sie dir für später auf. Du wirst sie vielleicht brauchen, um mich zu überzeugen, dich nicht zu erschießen, wenn wir von Moskitos und sonstigem Kleinzeug zerstochen werden." "Ah, Scully, sie werden von dir ablassen, wenn sie merken, daß du gar nicht so süß bist wie man bisher angenommen hat." Scully drohte bereits, mit dem Briefbeschwerer zu werfen, doch dann griff sie nach ihrer Tasche und ging in Richtung Tür. "Ich hole dich morgen früh um sieben ab. Und danke nochmal, du wirst es nicht bereuen." "Nein, aber du vielleicht. Ich schnarche öfters; ziemlich laut sogar, wenn ich mich rächen will." Während sie das sagte, richtete sie Mulders Krawatte, warf ihm ein schelmisches Grinsen zu und glitt aus dem Zimmer. Mulder stand da mit einer zurecht gemachten Krawatte und offenem Mund und war völlig perplex darüber, daß ihn seine Partnerin auch noch nach fünf Jahren überraschen konnte. Mulder holte sie kurz nach sieben ab. Er verstaute ihre Sachen im Auto und sie machten sich auf die drei Stunden Fahrt nach Quonochantaug. "Ok, Scully, wir sind da", verkündete Mulder später. "Und das, nachdem wir bloß fünf einhalb Stunden bis hierher gebraucht haben!" "Woher sollte ich wissen, daß da eine Baustelle ist? Wenigstens sind wir die landschaftliche Strecke gefahren." "Mir scheint es, als ob wir immer die landschaftliche Strecke fahren. Mit Kühen und allem drum und dran." "Wirklich, Dr. Scully, nach allem, was wir gesehen haben, beklagst du dich wegen den Kühen?" "Mich stören nicht die Kühe an sich, sondern die wohlriechenden Gase, die von ihnen ausgehen." "Ich habe nichts ungewöhnliches gerochen", sagte Mulder und zwinkerte ihr zu. "Alles klar, Mulder, und ich bin gerade zur Direktorin des FBI ernannt worden." "Also schön, Direktorin, wie gefällt dir das Haus?" "Ich war schon einmal hier, weißt du nicht mehr?" "Ja, aber jetzt herrscht Tageslicht und du mußt mich nicht davon abhalten, mich selbst über den Jordan zu schicken." Nach einem kurzen Moment, in dem sie an das letzte Mal dachte, als sie hier waren, wandte sich Scully zu Mulder. "Weißt du, das Haus ist wirklich ganz schön. Ich glaube, ich kann einige Tage hier aushalten. Vor allem, wenn ich irgendwelche belastende Beweise gegen dich finde - wie zum Beispiel das berühmte Bärenhaut Foto." "Tja, wenn du so etwas finden willst, schlage ich vor, wir packen es an. Hier, fang!" Scully fing die Schlüssel, die Mulder ihr zuwarf, ohne Umstände und machte sich auf, um das Haus aufzuschließen, während Mulder ihre Sachen aus dem Auto holte. Doch sobald sie ins Haus trat, vergaß sie alle Bedenken darüber, ihren Urlaub hier zu verbringen, denn das Haus war wirklich wundervoll. Zwar furchtbar staubig, aber perfekt. Scully konnte sich Mulder gut als Kind vorstellen, wie er hier mit Samantha die Räume unsicher gemacht, mit ihr Spiele gespielt und ihr vorgelesen hatte. Die Stimme ihres Partners schreckte sie aus ihrer Tagträumerei. "Hast du vor, den ganzen Tag in der Tür stehen zu bleiben, oder nur bis meine Arme abfallen?" Scully grinste ihn an und sagte ohne sich umzudrehen: "Du hättest nicht alles auf einmal tragen sollen. Viele Leute sind zwar vom Gegenteil überzeugt, aber du bist nicht Supermann." "Aber ich könnte ihn im Fernsehen spielen", antwortete Mulder und ließ alles im Flur fallen. "Was hältst du davon, Scully?" fragte er mit einem Lächeln. (Diese Frage hat er ihr schon verdammt oft während der letzten Jahre gestellt.) Sie drehte sich zu ihm um und legte ohne zu überlegen ihre Hand auf seine Brust. "Es ist sogar schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Das letzte Mal, als ich hier war, war ich viel zu erschrocken, um mich richtig umzusehen." "Dafür möchte ich mich bei dir entschuldigen," sagte er in einem traurigen Tonfall. "Ich habe nicht vor, dir so etwas je wieder anzutun - vertraue mir. OK, wie wär's, wenn ich dir vor dem Mittagessen die Gegend zeige?" "Mittagessen?? Du hast es also ernst gemeint, daß Du kochst? Ich dachte, du hättest mich auf den Arm genommen und ich müßte am Ende die ganze Woche kochen!" Mulder sah geschockt aus: "Wie, denkst du, überlebe ich zu Hause die ganze Zeit?" "Sonnenblumenkerne, Eis Tee und was du auch immer von mir klaust", antwortete Scully in einem genauso witzelnden Ton. "Meine Liebe, du wirst noch mächtig überrascht sein." Nach der Erkundungstour durch das Hauses, das unter anderem zwei bequeme Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer, eine sogar noch größere Terrasse und eine kleine, aber effiziente Küche hatte, zauberte Mulder ein recht ordentliches Truthan-Sandwich aus den Lebensmitteln, die sie mitgebracht hatten. "Mulder...", begann Scully und schaute ihn über ihr Sandwich hinweg an. "Ja?" fragte er mit einem großen Bissen Sandwich im Mund. "Hast du Skinner darüber informiert, daß ich hier oben mit dir bin?" "Ja, ich habe ihm gesagt, daß meine Mutter dich dazu verdonnert hätte, die Dachrinnen zu säubern und die Wände neu zu streichen --" Scully brach in Gelächter aus und fragte ihn nach Skinners Reaktion. "Eigentlich", begann Mulder, "hat er mir nur gesagt, daß ich darauf achten soll, daß du nicht entführt, gefressen, mit einer Waffe bedroht, von Enigma gejagt oder von einem Riesenwurm gefangengehalten wirst. Dann hat er gesagt, daß ich dir danken soll, daß du mitgekommen bist, denn er will gar nicht wissen, in welche Probleme ich mich ohne dich 'reinreiten kann." Für einen kurzen Moment herrschte eine gewisse Spannung zwischen den beiden und sie blickten einander in die Augen. Doch dann fing Mulders Magen an zu knurren und sie fingen beide an zu lachen. Als sie nach dem Essen das Geschirr wegräumten, klingelte Mulders Handy. Seine Mutter war dran, die ihm mitteilte, daß sie es nicht bis später in der Woche schaffen könnte, nach Quonochantaug zu kommen. "Sie sagt, daß ihre Freundin nach ihrer Hüftoperation ein paar Tage Pflege braucht und meine Mutter ist die einzige, die Zeit hat." Scully hatte sich dies bereits mit Hilfe des einseitigen Gespräches am Telefon zusammengereimt. Sie hatte versucht, nicht hinzuhören, aber manchmal fiel es ihr schwer, seine Stimme einfach zu ignorieren. "Was schlagen Sie also vor, Dr. Scully?" "Ich schlage vor, Mr. Mulder, daß du dir den Senf von deinem Kinn wischst und wir schauen nach, was alles so gemacht werden muß." "Du willst also trotzdem hierbleiben?" "Klar. Außerdem", fuhr sie fort und klemmte sich ihre roten Haare hinter die Ohren, "weigere ich mich, mich wieder in dieses Auto zu setzen - mit deiner Singerei in einem Ohr und Elvis' im anderen - Ich glaube, dann würde ich noch vor der Grenze von New Hampshire verrückt werden." Nachdem sie einen Plan aufgestellt hatten, was alles erledigt werden mußte, brach die Nacht herein und beide Agenten fingen nach dem langen Tag an zu gähnen. "Wo sollen wir schlafen, Mulder?" "Warum fragst du, Scully?" antwortete Mulder mit einem Blick der Unschuld. "Ich bevorzuge zwar eher die linke Seite vom Bett, aber ich lasse immer der Lady den Vortritt." "Mulder", warnte Scully, aber sie meinte es nicht so. "Wenn ich nicht so müde wäre, würde ich dir irgend etwas an den Kopf werfen, aber du siehst ja, ich kann kaum meine Augen offen halten. Ich würde bestimmt viel zu tief zielen und etwas viel wichtigeres als deine Schulter treffen." "Führ' mich bloß nicht in Versuchung, Scully!" "Wenn du mir nicht gleich verrätst, welches der Schlafzimmer ich nehmen soll, schlafe ich hier auf der Stelle ein, und du mußt mich nach oben tragen. Denk daran, daß der menschliche Körper im Schlaf fast zweimal so viel wiegt." "Ich warne dich noch einmal, führe mich nicht in Versuchung mit solchen Versprechungen. Heute Nacht müssen wir hier unten schlafen, weil die Laken seit etwa einem Jahr nicht gewechselt worden sind und außerdem ist es viel zu staubig dort oben. Wir können morgen früh lüften." "Ich nehme also an, ich schlafe auf der Couch und du auf dem Boden. Es sei denn, ich soll in der Wanne schlafen." "Ahhh, Scully, du kennst mich nur zu gut!" Nachdem sie genügend Decken gefunden und es sich zurecht gemacht hatten, sprang Mulder plötzlich auf und schaltete das Licht am anderen Ende in der Halle ein. "Warum machst du das Licht an?" "Weil ich weiß, daß du es haßt, in völliger Dunkelheit zu schlafen." Scully schaute ihn in kompletter Verwunderung an. "Hey, Scully", sagte Mulder mit erhobenen Augenbrauen. "Ich bekomme auch andere Dinge neben den X-Akten mit." Mulder legte sich auf seinen alten Schlafsack auf den Boden und rief Scully eine gute Nacht zu, die immer noch völlig überrumpelt senkrecht auf der Couch saß. Mulder schreckte aus dem Schlaf, als etwas von oben auf ihn herauf fiel. Er öffnete die Augen und grinste, als er merkte, daß die Hand seiner Partnerin von der Couch gerutscht und auf seiner Brust gelandet war. Er wollte ihre Hand schon wieder zurück auf die Couch heben, als das Mondlicht, das durch das Fenster schien, auf eine kleine Narbe zwischen ihrem Daumen und ihrem Zeigefinger fiel. Er griff nach ihrer Hand, um die Narbe zu berühren, und merkte, wie weich die Hand seiner besten Freundin eigentlich ist. Die einzigen Male, an denen er ihre Hand gehalten hatte, war, wenn er ihr aufhalf oder wenn er etwas entgegen nahm, was sie ihm reichte. Er hatte nie die Möglichkeit gehabt, sich diese kleinen Hände näher anzuschauen, wie er es immer schon gewollt hatte. Nachdem er sanft an ihren Fingern und an ihrem Handrücken entlang gestrichen hatte, drehte er ihre Hand um und streichelte ihre Handfläche und die Einkerbung auf ihrem Finger vom Auslöser ihrer Waffe. Wie oft schon hatte sie ihm das Leben gerettet, indem sie ihre Waffe gezogen und den Feind erschossen hatte? Er wußte es nicht genau. Ohne es zu merken begann er, ihren Arm entlang zu streichen, als ihn plötzlich eine wohlbekannte Stimme aus seiner Zufriedenheit riß. "Was machst du da, Mulder? Für einen Moment habe ich gedacht, du seiest irgendeine riesige, eklige Spinne", hörte er Scullys Stimme. Mulder stammelte wie ein Schuljunge: "Deine Hand fiel auf mich und ich bin aufgewacht und ich habe die Narbe gesehen und dann wollte ich deine Hand wieder neben dich legen und ich habe gemerkt... wußtest du, daß du sehr weiche Hände hast... Tut mir leid..." Er sprudelte dies alles in einer solchen Eile aus, daß Scully sich auf die Lippe beißen mußte, um nicht laut loszulachen. Die Wahrheit war, daß sie bereits aufgewacht war, als ihre Hand herunter gefallen war, doch sie wollte nicht, daß er aufhört, weil sie seine intime Berührung angenehmer empfand, als sie zugeben wollte. "Das ist in Ordnung, Mulder, wirklich." Um der unangenehmen Stille abzuhelfen, die plötzlich in der Luft lag, fügte sie hinzu: "Da wir schon einmal wach sind, wie wäre es mit einem Snack? Ich bin am verhungern." Mulder war dankbar für den Themenwechsel. "Du bist wirklich eine Eß-Maschine, nicht?!" "Soll das heißen, daß du nichts essen willst?" "Gott, nein, soll es nicht! Zeig mir den Weg in die Küche, Lady!" Nachdem sie sich Sandwiches gemacht hatten, kehrten sie wieder zurück zur Couch. Scully schaute auf ihre Hände und bemerkte. "Ich hätte nicht gedacht, daß man die Narbe noch sehen kann." "Wo ist sie her? Ist doch nicht meine Schuld gewesen, oder?!" fragte Mulder und die Sorge stand ihm ins Gesicht geschrieben. "Oh, nein. Ich habe sie seit ich vierzehn war. Ich habe eine von Moms Zigaretten geklaut und hatte Angst, daß mich jemand erwischt. Ich habe vergessen, daß die Zigarette an war, und etwas Asche ist auf meine Hand gefallen. Tja, Zigaretten und ich passen eben nicht zusammen." "Dr. Scully, die Rebellin. Ich nehme an deine roten Haare stehen für deine wilde Seite, was?!" "Du glaubst, das ist wild? In meinem Abschlußjahr in der High School habe ich beschlossen, mich dem Geist der Schule anzuschließen und mir die Haare für den Abschlußball zu färben. In lila und gelb." Mulder grinste. "Das hört sich nicht gerade an, als ob das eine so tolle Idee war." "Das kannst du laut sagen. Es war auch alles ok, bis ich versuchte, es wieder auszuwaschen. Als ich aus der Dusche kam, waren meine Haare kotz-grün mit kürbis-gelben Strähnen." "Oh, bitte sag mir, deine Mutter hat ein Foto gemacht, Scully!" "Da hast Du kein Glück, Schätzchen. Jedenfalls, mein Kleid war weinrot, also sah ich am Ende aus wie ein entlaufenes Objekt von Dr. Seuss. Meine Verabredung wollte, daß ich mich attraktiver fühle und versuchte mehr als nur einen Kuß. Um es kurz zu machen, am Ende hatte er eine nette Narbe am Schienbein und eine blutige Nase und ich mußte den ganzen restlichen Abend auf der Tribüne sitzen." "Jetzt verstehe ich, warum du nicht zu deinem Klassentreffen gegangen bist. Es tut mir leid für dich. Du mußt dich schrecklich gefühlt haben." "Tja, mit der Zeit sind schlimmere Dinge passiert, aber >das< steht immer noch ganz oben auf der Liste. Und wenn du nicht bald dieses Grinsen sein läßt, will ich nichts mehr mit dir zu tun haben" "Sorry, Scully, ich habe mir nur gerade vorgestellt, wie du dich für den Typen zurechtmachst. Ich hätte dich sogar unterstützt." Plötzlich wurde er ernst. "Ich hätte mit dir getanzt, trotz grüner Haare und allem, denn du hättest immer noch sehr schön ausgesehen." Zum Glück war es dunkel genug, daß sie nicht sehen konnte, wie Mulder die Röte ins Gesicht schoß, und er bemerkte das überraschte, aber glückliche Glänzen in ihren Augen nicht. Scully schaute Mulder an und fragte plötzlich: "Bist du sicher, daß du nicht Eddie Van Blundth in Mulders Gestalt bist?" Sie mußten beide lachen und Mulder "Ja, aber ich habe es gut getroffen, nicht?!" antwortete Mulder schelmisch, drückte Scully zurück auf die Couch und ließ sich wieder auf den Boden fallen. Nach einiger Zeit legte Scully ihre Hand sanft auf Mulders Brust und schlief ein - Mulder schlief auch ein mit seiner Hand auf der ihren. Scully wachte langsam auf. Sie brauchte einige Zeit, um sich klar zu werden, wo sie sich befand (bedingt durch ihre Arbeit blieben sie nie lange an einem Ort). Als sie wußte, wo sie lag, beschloß sie, Mulder mit einem Kissen im Gesicht zu wecken. Sie schwang ihr Kissen mit voller Wucht neben die Couch und war überrascht, daß alles, was sie antraf, blanker Boden war. Mulder war schon auf, aber es war eigentlich viel zu still dafür, daß er sich im Haus befand. Scully stand auf und schlurfte in die Küche, wo sie einen Zettel von Mulder vorfand. Er schrieb, er sei Frühstück holen, weil er keinen Truthahn und Schinken mehr sehen konnte. Scully nahm sich eine Banane, ein Stück Brot und ein Glas Wasser und ging hinaus auf die Terrasse, um ihr Frühstück in der Sonne zu genießen. Sie nahm auch "Moby Dick" mit hinaus, denn sie wußte, daß Mulder nie leise genug sein konnte, damit sie es in Ruhe lesen konnte. Nach etwa einer halben Stunde kam Mulder wieder zum Haus und plazierte die Lebensmittel auf den Küchentisch. Er bemerkte, daß die Hintertür offen stand und ging heraus, um Scully wissen zu lassen, daß er wieder da war. Er lukte durch den Türrahmen und erblickte Scully vertieft in ihrem Buch. Die Sonnenstrahlen reflektierten warm auf ihrem Haar und sie hatte einen Blick tiefster Zufriedenheit in ihren Augen. Mulder vergaß alles um ihn herum bei ihrem Anblick. Plötzlich schaute sie auf und war überrascht, Mulder in der Türe stehen zu sehen, sie anstarrend. Er zuckte zusammen, sie zuckte zusammen, er grinste und sie konnte kaum ihr dummes Grinsen auf ihrem Gesicht verbergen. "Guten Morgen, Scully. Ich nehme an, du hast gut geschlafen, denn als ich heute morgen aufgestanden bin, hätte ich mit einem Bulldozer über dich drüberfahren können, ohne dich aufzuwecken." "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so gut geschlafen habe." "Ah, Scully, ich habe neben dir geschlafen. Wie hättest du NICHT gut schlafen können?" "Ja, Mulder, das muß es gewesen sein. Was hast du an Eßen mitgebracht?" "Sag nicht, daß du schon wieder Hunger hast. Bei diesem Tempo müßtest du in vier Jahren mehr als fett sein." "Mulder, wenn ich mich nicht gerade um die X-Akten, meine Arbeit, der Welt im Allgemeinen oder dich sorgen muß, habe ich eigentlich einen gesunden Appetit und ich liebe essen." "Ok, also werde ich wohl alles unterlassen müssen, was dir großartig Sorgen macht." "Mulder, wenn ich mir nicht um dich Sorgen machen müßte, wäre mein Leben geradezu sinnlos. Außerdem finde ich es gar nicht so schlimm." "Dann werde ich eben weiter gute Arbeit leisten. Ich habe uns Salat, Tomaten und grünen Pfeffer für etwas Salat mitgebracht. Gefrorene Pizza, noch einige Sonnenblumenkerne, Eis Tee und ein paar Ho-Ho's, die ich mit dir teilen werde, wenn du nett zu mir bist. Und ich habe noch ein bißchen Fleisch mitgebracht, für unsere carnivorischen Seiten." "Du hast schon wieder einen Weg gefunden, mich zu schocken, weißt du das? Bis jetzt habe ich gedacht, du hättest keinen blassen Schimmer, was ein Supermarkt eigentlich ist oder welche Lebensmittel man darin kaufen kann." Scully kramte in den Einkaufstaschen und holte eine Flasche Wein hervor. Sie warf ihm einen fragenden Blick zu und hob eine Augenbraue. "Was haben Sie mit dieser hier vor, Mr. Mulder? Willst du mich mit Ho-Ho's und Sonnenblumenkernen verführen?" Mulder wurde roter als ihm lieb war. "Ich habe mir gedacht, daß er ganz gut schmeckt und du magst doch roten Wein. Wir sind immerhin im Urlaub." (Als ob die Verführungs-Idee ihm nicht schon vorher eingefallen wäre.) "Hm, danke. Du hast einen recht guten ausgesucht." Mulder konnte wieder atmen. "Habe ich mir auch gedacht. Du hast denselben zu Hause in deinem Kühlschrank stehen." Ohne auch nur eine Reaktion von ihr abzuwarten fragte er: "Hast du gemerkt, daß du immer noch deinen Schlafanzug an hast?" "Du hast mich doch schon in weniger gesehen und hast dich nie beschwert. Also habe ich mir gedacht, ich lese so viel wie möglich, denn wenn du erst einmal zurück bist, gibst du sowieso keine Ruhe." "Yep, das stimmt." Während sich Scully umzog, verstaute Mulder die Sachen im Kühlschrank und versteckte die zweite Flasche Wein dahinter. "Wo sollen wir deiner Meinung nach anfangen?" Mulder hörte sie zuerst, bevor er sie sah. Sie trat in die Küche und band sich gerade einen Pferdeschwanz. Er mußte lachen. Sie hatte ein paar verschlissene Jeans und ein FBI Academy Shirt an. Das Grün ihrer Socken war mehr als verblichen und die alten Tennis Schuhe standen auch kurz vor dem Auseinanderfallen. Definitiv keine Büro Kleider in ihren Ferien. "Ich würde aufhören zu lachen, wenn ich du wäre. Hast du heute morgen schon in den Spiegel geguckt, oh Partner mein Partner?" "Ja, und mir gefiel wie gewöhnlich was ich sah. Du hast endlich mal richtige Klamotten an. Ich hätte nicht gedacht, daß die in deiner Welt überhaupt existieren." "Man muß halt tief im Kleiderschrank graben, aber man findet sie letztendlich. Sie warten nur darauf, völlig ramponiert zu werden, indem ich dir mit der Arbeit helfe", gab Scully zu. "Wenn du jetzt noch deine grünen Haare hättest, wäre es ein Bild für die Götter." Sie ging auf ihn los und er wäre beinahe aus der Tür gefallen, bevor sie ihn kreuz und quer durch den Wald jagte. Mulder hielt urplötzlich an und sie prallte prompt gegen seinen Rücken. Sie schaute über seine Schulter und sah, warum er stehen geblieben war. Vor ihr war eine kleine Lichtung und auf einem der größeren Bäume erblickte sie ein Baumhaus mit einer Leiter. "Das ist deines, oder?" fragte Scully leise, um nicht den Zauber des Momentes zu zerstören. "Meines und Samanthas", antwortete Mulder genauso leise. Plötzlich verspürte Scully ein Verlangen. Sie griff nach seiner Hand und hielt sie fest umschlossen. Er war überrascht, doch als sie seine Hand hielt, spürte er die Wärme, die seinen Arm hinaufkroch und wollte sie nicht loslassen. Also tat er es nicht. "Wir haben immer unsere Sandwiches hier hoch gebracht und sie hier gegessen. Wir wetteiferten immer, wer als erster bei der Leiter war, und wer als letztes ankam, mußte abends aufräumen. Wir haben Stratego und Kartenspiele gespielt. Poker hat sie allerdings nie ganz kapiert." "Du wolltest einer Siebenjährigen Poker beibringen?" fragte Scully mit großen Augen. "Klar! Willst du's lernen?" fragte Mulder heiter. "Haben es dir deine Brüder nie gezeigt?" "Eigentlich habe ich es ihnen beigebracht. Aber ich habe es schon lange nicht mehr gespielt." "Hmmm, eine Herausforderung. Ich glaube, wir haben eine Beschäftigung für heute Abend gefunden." Mulder drehte sie um und führte sie zurück durch die Bäume. Er hielt immer noch ihre Hand. Als Scully seinen kräftigen Griff spürte, ertappte sie sich dabei, wie sie an eine ganz andere Art von Abendunterhaltung dachte, doch das wollte sie lieber für sich behalten - zumindest fürs erste. Sie lächelte. Es war ihr peinlich, und im Moment war es einfach nur schön, seine Hand zu halten. Sie kamen aus dem Wald und schauten zum Haus hinunter. "Wo sollen wir anfangen, Scully? Wir können von innen nach außen oder von außen nach innen gehen. Was wäre dir lieber?" "Wir sollten uns vielleicht als erstes um unsere Schlafzimmer kümmern, damit wir einen Platz zum Schlafen haben heute Nacht. Dann können wir gerne draußen anfangen, das Wetter ist wunderbar heute." "Was hast du gegen die Couch von letzter Nacht?" "Abgesehen davon, daß dein Gesicht immer noch Teppichmale aufweist, gar nichts." "Ich weiß schon. Du hattest die ganze Zeit Angst, so nahe neben mir zu liegen, weil du was-weiß-ich-nicht-alles mit mir anstellen könntest mitten in der Nacht. Herzklopfen, Schmetterlinge im Bauch und Schwindelanfälle. Alles nur, weil ich nur einige Zentimeter von dir weg geschlafen habe. Ich verstehe vollkommen." Irgendwie schaffte er es, all dies mit einem todernsten Gesichtsausdruck zu herauszubringen, aber dann sah er sich nach Scully um und mußte lachen, als er ihren perplexen Gesichtsausdruck sah. Er nahm an, daß sie so auf seinen Kommentar reagierte, doch Scully wußte es besser. Ohne es zu merken kam er so nah an die Wahrheit, daß sie selber lachen mußte. Sie sprachen beide kein Wort mehr, als sie zurück ins Haus und in ihre Schlafzimmer gingen. Als es oben soweit zurecht gemacht war, daß sie später in den Zimmern schlafen konnten, fingen Mulder und Scully mit der Arbeit draußen an. Mulder säuberte die Dachrinne und die Schornsteine, während Scully sich um den Vorgarten kümmerte. Sie arbeiteten in kameradschaftlicher Stille. Es war eine schöne, angenehme Ruhe. Etwas, das sie nie teilen konnten, wenn sie im Büro waren oder einem Fall nachgingen. Der Tag ging dahin und um sieben Uhr meldete sich Scullys Magen und protestierte. Mulder warf sein Werkzeug herunter und ließ sich daneben fallen. Scully setzte sich neben ihn. "Gut, Meister, ich würde sagen, wir haben einiges geschafft heute. Was halst du davon, wenn wir alles zusammenräumen und die Pizza in den Ofen schmeißen?" Sie stand auf und reichte Mulder ihre Hand. Sie wuchtete ihn hoch und sie räumten zusammen auf. Sobald die Pizza im Ofen war, rief Scully zu Mulder hinüber: "Hey, Mulder, willst du zuerst duschen?" "Nee, geh ruhig zuerst. Ich liege viel zu bequem, um bloß an Bewegung zu denken, geschweige denn, mich wirklich zu bewegen." Mulder lag quer über die Couch ausgestreckt und seine Beine baumelten über die Armlehne. Und außerdem mochte er den Gedanken, daß Scully in der Dusche war. Er entschied sich jedoch schnell dazu, nicht weiter daran zu denken, denn wenn er es täte, könnte er leicht verrückt werden. Er entschied sich für ein kurzes Nickerchen, und sei es nur, um nicht mehr an Scully denken zu müssen. Nach etwa 20 Minuten erschien Scully wieder in der Küche. Sie ging hinüber ins Wohnzimmer, um Mulder zu sagen, daß die Dusche nun frei sei und fand ihn ausgestreckt auf der Couch vor mit einem mysteriösen Grinsen auf dem Gesicht. Als sie näher trat, merkte Scully, daß er eingeschlafen war. Er sah zufriedener aus als sie ihn je gesehen hatte und sie brachte es nicht übers Herz, ihn zu wecken. Sie ging stattdessen wieder in die Küche zurück, machte einen Salat und kramte einige Pappteller und Besteck hervor. Der Timer für die Pizza klingelte, und nachdem Scully die Pizza aus dem Ofen geholt hatte, machte sie sich auf, um Mulder zu wecken. Sie lehnte sich über sein Gesicht und berührte sanft seine Nasenspitze. Nach einem Moment öffnete er die Augen und sah Scullys Gesicht über sich auf dem Kopf stehend. Als sie ihm ihre Zunge herausstreckte, ergriff er ihren Kopf mit beiden Händen. "Ich weiß nicht, ob ich dich jetzt küssen oder schreien soll." "Ich würde an deiner Stelle die richtige Entscheidung treffen, denn immerhin mache ich die Pizza und egal wofür du dich entscheidest, es könnte furchtbare Konsequenzen für dich haben." Scully befreite sich aus seinem Griff und warf ihm ein Kissen an den Kopf, bevor sie wieder zurück in die Küche ging. Mulder folgte ihr dicht auf den Fersen. Er war sich völlig sicher, welche Wahl er getroffen hätte. Die Pizza und der Salat verschwanden verhältnismäßig schnell. Als Scully ihren letzten Bissen nahm, mußte Mulder lachen beim Anblick von Pizza Soße über ihrem ganzen Gesicht. Doch dann erkannte er, daß es gar nicht die Pizza Soße, sonder Blut war. Zuerst konnte Scully gar nicht verstehen, warum Mulder so urplötzlich leichenblaß wurde, doch als sie ihren Mund mit einer Serviette abwischte, sah sie die Ursache von Mulders Terror. Sie konnte das Blut aus ihrer Nase über ihre Lippen sickern fühlen. Sie drückte die Serviette rasch zurück auf ihre Nase und lief nach oben ins Badezimmer. Nach ein paar Minuten hörte die Blutung auf und Scully wollte schon wieder hinunter gehen, als sie Mulders im Spiegel hinter sich sah. Sie drehte sich zu ihm um und konnte Angst in seinen Augen sehen. "Mulder, der Arzt hat gesagt, daß das leicht passieren kann, wenn ich hart arbeite. Ich war den ganzen Tag über vornübergebeugt und so muß wohl den Druck entstanden sein." "Ich dachte, die Chirurgie hätte geholfen." fragte Mulder mit einem Tonfall, der fast Scullys Herz brach. Sie trat zu ihm und legte ihre Hand auf seinen Arm. "Sie hat geholfen. Wenn du nicht einen Arzt gefunden hättest, der bereit war, es zu versuchen, wäre ich heute nicht hier. Die Chirurgie war ein Experiment und niemand war sich sicher, welche Nebenwirkungen auftreten könnten. Aber das Wichtigste ist doch, daß sie den Tumor herausbekommen haben, bevor er sich weiter ausbreiten konnte. Ein wenig Nasenbluten hin und wieder ist gar nichts im Vergleich zu denen davor." Sie schaute ihn an und lächelte sanft. "Du hast geholfen, mir mein Leben wiederzugeben, Mulder. Ich habe nicht vor, dieses Geschenk zu verschwenden." "Scully, ich möchte, daß du weißt, daß ich es jederzeit wieder tun würde." "Ich weiß, Mulder. Laß uns das jetzt aber vergessen und lieber die Küche in Ordnung bringen, denn ich habe definitiv keine Lust, das morgen zu machen." Um etwa halb zehn gähnte Scully dermaßen, daß Mulder Angst hatte, daß es ihr das Gesicht auseinanderreißen würde. "Du kannst nicht schon müde sein, Scully. Du hast schon seit anderthalb Stunden nichts mehr gegessen. Wir sollten eigentlich längst wieder essen. Hm, vielleicht ist meine Uhr stehen geblieben." "Süß, Mulder." "Ich gebe mir die größte Mühe. Warum gehst du nicht schon schlafen und ich mache die Bude hier unten zu." "Warum so zuvorkommend? Ist der Böse Mann oben im Schlafzimmer?" "Möglich. Zumindest war er es, als Sam klein war. Ich muß jedenfalls noch duschen." "Da sage ich nicht nein zu dem Angebot. Bis morgen, Mulder." Er sah zu, wie sie die Treppen hinaufging. Sie muß seinen Blick im Rücken gefühlt haben, denn sie drehte sich um und fragte: "Bist du sicher, daß alles in Ordnung ist?" "Ja, jetzt geh schon, weil ich beim besten Willen heute keine Kraft mehr habe, dich nach oben zu tragen, wenn du eingeschlafen bist." Scully wünschte ihm eine gute Nacht und verschwand nach oben. Sie ahnte, daß irgendetwas ihrem Partner Sorgen machte, aber sie wollte ihn lieber nicht drängen. Mulder schloß inzwischen alle Türen und nahm eine Dusche. Nachdem er gute zehn Minuten unter dem fast brennenden Wasserstrahl gestanden war, trocknete er sich ab und kroch ins Bett. Er wachte auf um etwa halb eins in der Nacht und konnte nach dem Traum von Scully und dem Kettenraucher nicht mehr einschlafen. Die perfekten Voraussetzungen für einen Alptraum, dachte er bitter. Wenn bloß der Kettenraucher nicht darin gewesen wäre, wäre es ein sehr schöner Traum gewesen. Nachdem er sich gute zwanzig Minuten hin und her gewälzt hatte, stand er auf, zog sich ein FBI Academy T-Shirt über und machte sich auf zu der Hängematte, die er und Scully diesen Morgen entdeckt und aufgehangen hatten. Er versuchte leise zu sein, aber er wußte, daß seine Partnerin ihn hören und herunterkommen würde. Das war nämlich genau, was er beabsichtigte. Scully hörte ihn hinausgehen und schaute aus dem Fenster. Sie sah ihn in der Hängematte sitzen und wartete ein paar Minuten, um ihn mit seinen Gedanken alleinezulassen. Dann griff sie nach einer Decke und schlenderte hinaus in die Nacht. Mulder hörte wie sie die Küchentür schloß und einige Momente später ihre wohlbekannte Stimme: "Ist der Platz hier frei?" Er schaute auf und nickte. Sie setzte sich neben ihn und beide waren still für eine Weile. "Wie hast du gewußt, daß du hier herauskommen solltest? Woher weißt du immer, wann ich dich brauche?" "Du machst eben immer genug Lärm, um mich zu wecken - absichtlich oder unabsichtlich. Außerdem scheinen wir beide uns besser zu kennen, als irgendjemand anderes. Ich fühle es einfach und finde dich, egal wo du bist." "Scully, ich brauche dich jetzt wirklich." sagte Mulder leise. "Warum..." fragte Scully und legte ihre Hand genau neben seine. "Scully, als ich dich heute mit all dem Blut sah, hatte ich mehr Angst als je zuvor. Ich dachte, es fängt alles wieder an. Ich könnte es nie ertragen, wenn du alles wieder durchmachen müßtest. Es würde mich umbringen zu wissen, daß du noch einmal all die Schmerzen erleiden müßtest, und daß ich nichts tun kann als daneben stehen und zugucken." Er griff nach ihrer Hand und hielt sie fest als ob sein Leben daranhing. "Als ich dich heute so sehen mußte, brach die ganze Welt für einen Moment. Die drei Minuten, in denen du oben warst, waren die Hölle. Ich will nie wieder denken müssen, daß ich dich jeden Moment verlieren könnte." Seine Stimme brach während seiner letzten Worte. Mulder wagte einen Blick in ihr Gesicht und war überrascht, daß er Tränen in ihren Augen sah. Er streckte seine Hand aus, um einige zu trocknen, die gefallen waren und Scully ließ auf diese sanfte Geste hin ihren Tränen freien Lauf. Sie sank auf Mulders Brust zusammen und weinte. Mulder spürte, wie seine eigenen Tränen fielen. Er hielt sie fest in seinen Armen und wartete, bis sie sich beruhigt hatte. Sie schaute auf zu ihm mit tränenüberströmten Gesicht und schenkte ihm ein 'Mulder, du bist absolut wundervoll'- Lächeln. Er lächelte zurück und zitterte, als eine kalte Brise ihn erfaßte. Scully merkte es und breitete die Decke über sie aus. Sie drückte ihn sanft auf den Boden und legte sich neben ihn, ihr Kopf an seiner Brust. Mulder schlang seinen Arm um sie und legte seinen Kopf zurück. "Weißt du, Scully, ich habe Ewigkeiten damit zugebracht, nach Dingen in den Sternen zu suchen, daß ich überhaupt nicht mehr aufhören kann, die Sterne zu beobachten.' "Sterne sind eins der wenigen Dinge, die noch wirklich und wahrhaftig schön sind. Egal, wieviel man über sie weiß, sie bleiben immer noch geheimnisvoll - das macht sie wunderschön, sogar für die pragmatischste aller Studien." "Sterne sind nicht das einzige für mich, das wirklich und wahrhaftig schön ist", flüsterte er in Scullys Haar hinein. "Mulder..." "Ja?" "Ich werde dich nie wieder alleine lassen. Ich verspreche es." "Und ich werde dich nie wieder gehen lassen." Sie sprachen diese letzten Worte so leise, daß sie sie kaum mit ihren Ohren hören konnten. Aber sie konnten sie ganz deutlich in ihren Herzen hören. Um ca. vier Uhr morgens erwachte Mulder. Er blickte herunter und sah wie Scullys Kopf neben seiner Brust, ihre roten Haare auf seinem Arm. Er hielt Scully fest an sich gepreßt und ihr Arm umschlang ihn eng. Er könnte sich mit dem Gedanken anfreunden, morgens so aufzuwachen. Er kicherte leise, als er daran denken mußte, wie Skinner wohl dreinblicken würde, wenn er sie in diese Situation finden würde. Mulder wollte dieses Gefühl der Sicherheit und der Zufriedenheit so lange wie möglich genießen. Er küßte Scullys Stirn sanft und schlief wieder ein. Scully spürte den Kuß und entschloß sich, nicht gegen das Gefühl der Wärme und Geborgenheit anzukämpfen, das sich über sie ergoß. Sie ließ ihr Gesicht neben Mulders Brust, lauschte seinem sanften und rhythmischen Herzschlag und entspannte sich in seiner Umarmung. Schlaf überkam auch sie nach nicht allzu lange Zeit. Mulder wachte um halb acht langsam auf und fühlte, wie sich auch Scully regte. "Scully?" fragte er leise. "Bist du wach?" "Nicht, wenn ich nicht etwas sagen soll", kam die schlaftrunkene Antwort. "Ich habe noch nicht vor, mich zu bewegen." "Ich hasse es, es ihnen sagen zu müssen, Doktor, aber meine Blase explodiert gleich und ich wollte dich nicht ohne Vorwarnung auf den Rasen fallen lassen." Scully lachte und rollte von ihm weg. Er rannte förmlich ins Haus und Scully folgt langsamer mit der Decke im Arm. Ein paar Minuten später kam Mulder die Treppen herunter und fand Scully zusammengerollt im Halbschlaf auf der Couch. Er legte sich mit dem Kopf auf ihre Schulter und fing an, extra laut zu schnarchen. Sie grinste schief und trommelte spielerisch auf seiner Nase. "Also, was machst du mir zum Frühstück, Mulder?" "Was möchten du und dein nimmersatter Magen denn haben?" "Irgend etwas, das bis 11 Uhr reicht." "Wir haben nie im Leben genug Eßen dafür in diesem Haus. Aber wären fürs erste Obst, Toast, Tee und vielleicht Cornflakes genehm?" Scully streckte sich und sah ihn mit blitzenden blauen Augen an. "Ich denke, ich werde überleben." Mulder zwickte ihre Nase, um sich zu rächen. "Kann ich mir bei dir einen Stein ins Brett hauen, indem ich dir das Eßen ans Bett bringe , so daß du dich nicht einen einzigen Zentimeter bewegen mußt?" "Ich denke schon, obwohl ich fürchte, daß ich dann allen Respekt für dich verliere und dich für den Rest des Tages als Butler betrachten würde." "Damit kann ich leben." Er kam zurück mit dem Frühstück auf einem Tablett. Er hatte sogar eine Schürze um und ein Handtuch über seinem Arm. "Für Sie, Madam Scully." sagte Mulder in dem härtesten französischen Akzent, den er zustande brachte. Scully hielt es nicht länger aus. Sie prustete los vor lachen. Mulder ließ fast das Tablett fallen. Er plazierte es vor sie auf den Tisch und wandte sich zum Gehen. "Ißt du nicht mit?" fragte Scully, die sich ein wenig beruhigt hatte. "Mit dem Personal zusammen essen, Madam Scully, ist das nicht gegen die Regeln?" "Seit wann halten wir uns an die Regeln, huh?" "Auch wahr." Mulder setzte sich neben sie und sie frühstückten zusammen. Keiner von beiden erwähnte die vergangenen Nacht, aber sie fühlten sich näher zueinander wie nie zuvor. Sie brauchten keine Worte. Nachdem sie das Geschirr weggeräumt und sich angezogen hatten, fand Scully Mulder auf der Veranda sitzen. "Was soll heute gemacht werden, Hausmann?" Mulder grinste sie an. "Wir sollten heute vielleicht drinnen weitermachen, denn es wäre unklug, noch mehr Sonne auf unsere Haut zu lassen. Besonders du. Du bekommst eher einen Sonnenbrand als meiner Mutter Fleischhaxen und diese gehen so in Flammen auf." (Er schnippte mit den Fingern) "Du solltest lieber aufpassen, was du sagst oder du behältst diesen Spitznamen - auch im Büro. Außerdem hast du recht. Zeig mir den Weg zu einer Drahtbürste, ich bin bereit, an meinem Appetit zu arbeiten." Mulder sah Scully an, stand auf und seufzte: "Warum überrascht mich das nicht?" Irgendwie schafften sie es, mittags durchzuarbeiten und um fünf herum erinnerte Scullys Magen sie an diesen Fehler. Sie war gerade damit fertig, den Badezimmerboden zu schrubben, als sie um das Haus herum ging und nach Mulder rief. Sie fand ihn im Wandschrank in der Vorhalle, dessen Wände er gerade schrubbte. Er machte die Wand fertig, glitt aus der Tür und fand Scully hinter sich stehen. "Netter Anblick", grinste sie. "Ich bin froh, daß ich dir Freude bereiten kann." Er ging um sie herum. "Du siehst auch nicht schlecht aus", nickte er zustimmend. Er gab ihr einen Klaps mit dem Handtuch und rutschte aus der Türe, bevor sie reagieren konnte. Scully ging in die Küche und fand Mulder, wie er die Steaks aus dem Kühlschrank und eine Dose Bohnen aus dem Schrank holte. "Gib mir 45 Minuten, Scully, und du bekommst eine Mahlzeit, die deinen Magen für lange Zeit beruhigen wird." Scully ging und räumte ihre Sachen auf. Dann kümmerte sie sich auch um Mulders Zeug, denn das war das Mindeste, was sie tun konnte, hinsichtlich der Tatsache, daß sie schon lange nicht mehr so gut gegessen hatte. Sie hatte sogar Zeit für eine Dusche. Eine halbe Stunde später betrat sie wieder die Küche und fand einen gedeckten Tisch, das Eßen kochend und eine Flasche Wein auf dem Tisch stehend vor. Sogar Mulders Ho-Ho's lagen auf der Küchentheke zum Nachtisch. Mulder rauschte an ihr vorbei und sagte, er gehe duschen. "Wehe, du faßt irgendetwas an, bevor ich zurück bin!" drohte er im Spaß. Sie setzte sich an den Tisch und nach bereits zehn Minuten war er wieder zurück. Er stellte das Eßen auf den Tisch und holte die Steakes aus der Pfanne. Scully war im Begriff, die Weinflasche zu öffnen, doch Mulder nahm sie ihr aus der Hand. "Nicht heute. Ich bin der Hausmann, weißt du noch?" Er schenkte ihnen beiden ein Glas Wein ein und setzte sich ihr gegenüber. "Es sieht alles fabelhaft aus, Mulder. Bitte erinnere mich daran, daß ich nie wieder an deinen Kochkünsten zweifele." Sie fingen an zu essen und Mulder füllte schon bald auf Scullys Bitte hin ihre Weingläser nach. Dies erschreckte Mulder, denn normalerweise hatte sie nur ein Glas bei einem Eßen. Als sie zu Ende gegessen hatten, war auch die Weinflasche leer. Sie wuschen ab und Scully nahm die Kiste Ho-Ho's mit hinaus auf die Veranda. Mulder zögerte einen Moment, doch holte dann die zweite Flasche Wein hervor, die er morgens in den Kühlschrank gestellt hatte. Er griff nach den beiden Gläsern und brachte sie ebenfalls hinaus auf die Veranda. "Ich hoffe, es macht dir nichts aus, aber ich habe uns noch eine Flasche mitgebracht", sagte Mulder mit einem unschuldigen Blick. "Ich habe mir schon gedacht, daß du irgendwo eine versteckt hast, aber ich habe sie nicht gefunden", antwortete sie mit einem Lächeln und einer erhobenen Augenbraue. "Ich habe sie hinter dem Kühlschrank versteckt und gehofft, daß du sie nicht findest, weil ich wußte, daß du mir sowieso die Leviten lesen würdest." "Nein, der Wein schmeckt viel zu gut, um sauer auf dich zu sein", sagte sie und goß sich nach. Er öffnete die Ho-Ho's und sie verzehrten sie und den Wein. Scully stand eine Weile später auf und trat zur Railing. "Es kommt ein Sturm auf", sagte sie und sah die Blitze in der Ferne, obwohl sie zu weit weg waren, um den Donner zu hören. Mulder stellte sich hinter sie und legte seine Hände auf ihren Rücken. Ohne es zu merken begann er, ihr Genick und ihre Schultern zu massieren. Er konnte die Knoten in ihren Muskeln fühlen von all der Schrubberei den ganzen Tag und massierte sie weiter. Scully fühlte, wie sie sich durch den Wein und vor allem durch Mulders sanfte Massage entspannte. Sie ließ ihren Kopf nach vorne fallen und seufzte einen Seufzer der Zufriedenheit. Nach einer Weile drehte sie sich um und begann, seine Schultern zu massieren. Bald wurden sie beide durch den Wein und durch die sanften Berührungen müde und gingen wortlos wieder zurück ins Haus. Sie schalteten die Lichter aus, gingen nach oben in ihre Zimmer und flüsterten sich eine gute Nacht zu, bevor sie ihre Türen schlossen. Ein krachendes Donnern weckte Scully und für einen Moment wußte sie nicht, wo sie war. 'Richtig, das Haus!' Sie richtete sich schweißgebadet auf. Seit der stürmischen Nacht, in der Duane Barry sie entführt hat, fürchtete sich Scully in Sturmnächten, obwohl sie es nie zugeben würde. Sie schalt sich selbst dafür, mitten in der Nacht so kindisch zu sein, und weil sie noch unter dem Einfluß des Alkohols war, durchschossen sie alle möglichen Visionen. Zuerst klatschte ein Ast gegen ihr Fenster, dann meinte sie, einen Schatten in der Ecke ihres Zimmers zu sehen. Das nächste, woran sie sich später erinnerte, war, daß sie neben Mulders Bett stand. "Scully, was ist los? Bist du ok?" In Mulders Augen und seiner Stimme stand die Sorge. "Bitte lach mich nicht aus, aber seit Duane Barry hasse ich solche Sturmnächte und mein Hund ist nicht hier, um mir Gesellschaft zu leisten und ein Ast schlägt ständig gegen mein Fenster und ich sehe Schatten in meinem Zimmer." Sie sprudelte das alles in einem Satz hervor und wurde rot trotz dem Horror, der sie beutelte. Ohne ein Wort zu sagen hob Mulder seine Bettdecke und bot ihr den Platz neben sich an. Sie schlüpfte dankbar hinein, als der Sturm mit voller Wucht auf den Fensterläden knallte. Scully machte sich ganz klein und vergrub ihr Gesicht in seiner Brust. Mulder hielt sie fest, streichelte sie und murmelte ihr zu, daß er es nicht zulassen wird, daß ihr jemand etwas tut. Einige Minuten später gab der Sturm nach und Mulder flüsterte ihr zu: "Wenigstens brauchen wir morgen nicht die Fenster waschen." Daraufhin entspannte sie sich ein wenig. Sie hob ihren Kopf und sah ihm in die Augen. Sie blickte ihn lange an und lehnte dann nach vorne und preßte ihre Lippen an sein Kinn. Sie kuschelte sich wieder zurück an seinen Körper, als der Sturm wieder anhob. Sie fühlte, wie er sie auf den Kopf küßte und dann auf ihre Nasenspitze. Er schlang seine Arme um sie und sie drifteten entspannt in den Schlaf. Um etwa halb sechs wachte Scully auf und fühlte etwas auf ihr liegen. Sie öffnete ihre Augen und sah, daß Mulder fest schlafend mit dem Kopf auf ihrem Bauch lag. Sie bemerkte sein Kissen unter ihrem Kopf und nahm an, daß Mulder sich während der Nacht nach unten gearbeitet hatte und jetzt ihren Bauch als Kopfkissen benutzte. Sein linker Arm lag zudem quer über ihrem linken Bein. Wenn er nicht so ruhig schlafen würde, würde ich ihn ja wecken und ihm sein Kissen wiedergeben, dachte sie. Als sie auf sein Gesicht blickte, fiel ihr ein, daß sie die ganze Zeit, in der sie hier waren, nicht ein einziges Mal über ihre Arbeit gesprochen haben. Das war ziemlich ungewöhnlich, weil dies ja das Hauptthema zwischen den beiden Agenten war. Ihr war nie aufgefallen, wie viel sie beide doch gemeinsam hatten. Sie strich Mulder eine Strähne aus den Augen und er regte sich im Schlaf. Sie hielt inne und wartete, hoffend, daß er nicht aufwachte. Scully genoß die seltene Gelegenheit, ihn richtig betrachten zu können, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Er legte seine rechte Hand auf ihrem Arm und schlief ruhig weiter. Scully seufzte vor Erleichterung und beobachtete ihn weiter. Sie genoß den Anblick seiner wohlbekannten Gesichtszüge. Ihre Hand wanderte sanft auf die Narbe auf seiner Stirn und strich dann über sein Haar. Sie fuhr langsam über seine Lippen, sein Kinn und ruhte dann an seinem rechten Ohr. Plötzlich öffnete Mulder die Augen und Scully ließ zu ihrer Überraschung ihre Hand auf seiner Wange liegen. Mulder schaute sie verwundert an. "Warum liege ich auf deinem Bauch?" "Weil ich wohl dein Kissen geklaut habe", sagte sie, zog ihre aber Hand immer noch nicht zurück. "Oh." Mulder hob seinen Kopf und stützte sein Kinn auf seine rechte Hand. "Ich glaube, ich muß gedacht haben, daß du das nächstbeste Kissen seiest." Scullys Hand glitt seine Wange herunter, doch ihre Fingerspitzen blieben auf seinem Kinn. "Ich weiß jetzt nicht, ob ich mich geehrt oder beleidigt fühlen soll." "Geehrt, denn ich bin ziemlich wählerisch, wo ich meinen Kopf hinlege." "Hmm. Ich wollte dich nicht gar nicht wecken. Ist dir aufgefallen, daß wir uns während wir hier sind nicht ein einziges Mal auf die Nerven gegangen sind? Wir stellen bald einen Weltrekord auf." "Entweder das oder es ist etwas im Trinkwasser." Er hob seine Hand und berührte das Kreuz, das an ihrer Halskette hing, die nun flach auf ihrer Brust lag. Er hielt es zwischen zwei Fingern und sagte: "Während der letzten vier Tage sind wir einander näher gekommen, als in den letzten fünf Jahren. Vielleicht liegt es am Haus oder daran, daß wir uns nicht um irgendeinen Fall kümmern müssen oder weil wir hier oben unsere Faßaden eher gehen lassen, als sonst. Wir konnten uns gegenseitig so sehen, wie wir wirklich sind, ohne die Arbeit zwischen uns. Ich will fast überhaupt nicht mehr zurück in unsere alte Welt gehen. Wir werden wieder uns wider wie vorher da unten im Kellerbüro uns zu Tode arbeiten." Sie legte ihre Hand wieder auf seinen Kopf. "Wir müssen gar nicht wieder wie vorher werden. Obwohl ich es immer schon gemocht habe, mich mit dir zu streiten." "Logisch, du hast ja auch viel öfter recht als ich." Mulder sah Scully nun endlich an. "Ich mag es wie wir jetzt sind. Es wird schwer werden, mich wieder an meine Couch zu Hause zu gewöhnen. Ich fühle mich hier viel sicherer wie ich mich in einer Ewigkeit nicht mehr gefühlt habe. Ich habe nicht einen einzigen Alptraum gehabt, seit wir hier sind. Hier gibt es keinen Skinner, der uns über die Schultern schaut, keine Monster, die hinter irgendwelchen Ecken lauern, mein Handy hat nicht ein einziges Mal geklingelt -- weißt du eigentlich, was für ein Luxus das ist? Ich möchte wieder zurück nach DC, verstehe mich nicht falsch. Ich liebe unsere Arbeit. Aber in diesen vier Tagen hatte ich ein Leben. Ich glaube nicht, daß ich vorher je eines hatte. Ich werde das hier vermissen - UNS vermissen, wie wir Freunde sein können, ohne ständig um einander fürchten zu müssen." Mulder ließ das Kreuz los, aber ließ seine Hand wo sie war. "Mulder, alles hat sich verändert, merkst du das nicht? Wir müssen keines dieser beiden Dinge aufgeben. Ich denke, daß alles besser wird, weil wir diese Zeit hier zusammen hatten. Den chaotischen Alltag werden wir nicht los, aber wir beide haben uns verändert, du und ich. Veränderungen können sehr gut sein, glaube mir. Wir werden auf jeden Fall wieder zurück in diese chaotische Welt gehen, aber ich werde diesen Ort hier nie vergessen. Ich könnte mich an solche Ferien sogar gewöhnen. Wenn man bedenkt, daß ich zuerst überhaupt nicht hier her wollte." Mulder lächelte. "Das wäre auch noch schöner! Ich würde diese Zeit für nichts in der Welt tauschen wollen. Frau Doktor macht immer alles wieder gut, stimmt's?" sagte er, schloß die Augen und legte seinen Kopf wieder zurück auf ihren Bauch. Scully streichelte seine Wange. Ohne seine Augen zu öffnen oder seinen Kopf zu heben flüsterte er mit verschlafener Stimme: "Scully, ich würde dich gern behalten." Er sah nicht die freudige Überraschung, die ihr Gesicht erhellte, doch er merkte, wie sie sich unter ihm entspannte und daß sie lächelte. Und dies reichte ihm vollkommen - fürs erste zumindest. Er schlief ein mit seinem Kopf geborgen auf dem Körper seiner besten Freundin. Mulder erwachte mit dem Duft von Rührei und Schinken in der Nase. Er stand auf, folgte dem Duft in die Küche und fand Scully am Herd. Er ging zu ihr hin und stützte sein Kinn auf ihre Schulter. "Was machst du da Feines?" fragte er und warf einen Blick in die Pfanne. "Ich habe mir gedacht, daß ich dir wenigstens eine Mahlzeit dafür schulde, daß du in den letzten vier Tagen ständig meinen nie zufriedenen Magen gefüttert hast." antwortete sie und rieb sich dabei ihren Bauch. "Meine Kocherei hat dich noch nicht umgebracht, also hör auf, solche schrecklichen Grimassen zu ziehen." Mulder machte wieder ein normales Gesicht und sagte unschuldig: "Ich würde es nie wagen, mich über dein Eßen zu beschweren. Wer füttert mich denn die ganze Zeit? Wenn ich bei dir auf der Türschwelle auftauche, hast du immer etwas da. Ich versuche das Ganze nur, damit du nicht denkst ich gebe leicht nach" "Mulder, was du auch immer bist, du bist ganz sicher nicht jemand, der leicht nachgibt" "Danke." Er setzte sich an den Tisch und griff nach der Gabel. "Jetzt füttere mich oder ich werde feindselig" "Bloß nicht." Scully füllte seinen Teller und dann ihren. Sie setzte sich ihm gegenüber und sie fingen an zu essen. Nach einer Weile ließ Scully ihre Gabel sinken und tippte Mulder auf die Hand, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. "Danke für letzte Nacht", sagte sie, ale er aufschaute. "Für was?" fragte Mulder. "Dafür, daß du bei mir warst und mich nicht wie einen Idioten stehengelassen hast, weil ich vor etwas so irrationalem Angst hatte." "Erstens glaube ich, daß das Ansichtssache ist und ich persönlich glaube nicht, daß du irgendeine ungerechtfertigte Furcht dein Leben kontrollieren läßt. Wenn du sagst, du hast vor etwas Angst, dann glaube ich dir. Ich würde dich nie auslachen, das weißt du. Ich bin froh, wenn ich etwas tun kann, daß dir hilft hat, dich besser zu fühlen. Vergiß das nicht, ok? Außerdem bin ich noch nie jemand gewesen, der immer an allem zweifelt. Das solltest du eigentlich schon gemerkt haben", lächelte er sie an. Aufeinmal stand Scully auf und umarmte ihn. "Weißt du was?" flüsterte sie ihm ins Ohr. "Was?" flüsterte er zurück. "Ich würde dich gern behalten." Sie ließ ihn los und stellte das Geschirr in die Spüle. Mulder stand da mit einem dummen Grinsen auf den Lippen und starrte auf die feurige Rothaarige an der Küchentheke. Seine feurige Rothaarige, dachte er bei sich. Er verließ die Küche und pfiff die Melodie von Star Trek. Scully hörte ihn und lächelte, denn sie wußte, daß er so etwas nur tat, wenn er in richtig guter Laune war. Als sie endlich hinausgingen, war es fast zehn und die Mittagshitze hatte bereits eingesetzt. Mulder und Scully machten sich daran, den Schuppen zu säubern. Um fünf Uhr hatte sich einen beträchtlicher Berg Müll angesammelt, und als sie alles weg zum Bordstein getragen hatten, waren sie beide über und über mit Schmutz bedeckt. Scully schaute Mulder an und prustete los vor Lachen. "Was ist so witzig?" "Du." "Du siehst auch ganz nett aus, weißt du das?" "Es ist nur, daß ich dich noch nie zuvor so dreckig gesehen habe. Wenn uns die anderen Agenten jetzt sehen könnten, würden sie bestimmt aus den Latschen kippen. Die beiden Stubenhocker sind doch tatsächlich herausgegangen und haben Schwerstarbeit geleistet. Die haben uns bestimmt schon lange abgeschrieben." "Hmm, ich denke nicht, daß wir sie hierher einladen werden, oder? Wir könnten nie unseren Ruf beibehalten, wenn wir auffliegen lassen, daß wir ganz normale Menschen sind." "Da hast du recht", stimmte sie zu und hob den Wasserschlauch auf, der unaufgeräumt auf dem Boden lag. Sie drehte das Wasser auf und zielte auf ihn. Ein kalter Wasserstrahl erwischte ihn, bevor er sich irgendwohin retten konnte. "Ich werde dich wohl ein wenig waschen müssen, bevor wir wieder reingehen." Er griff nach dem Schlauch und drehte den Strahl auf Scully. Eine Wasserschlauch wie eh und je brach aus und nicht lange und sie waren naß bis auf die Haut. Scully wirbelte herum, um ihn eine letzte Wasserladung auf ihn loszuwerden, doch sie verlor den Halt und rutschte auf dem nassen Schlamm aus, der während der Schlacht entstanden war. Sie prallte gegen Mulder und sie landeten beide übereinander im nassen Schlamm. Als Mulder so auf ihr lag, merkten beide, wie nahe sie sich eigentlich waren. Ohne nachzudenken senkte Mulder seinen Kopf, um sie zu küssen, und sie hob ihren, um ihm entgegenzukommen. In diesem Moment rang das Telefon. Mulder haute seine geballte Faust in den Schlamm und fluchte. "Warum muß dieses verdammte Ding immer in den ungünstigsten Momenten klingeln?" Er rollte von Scully herunter und hielt ihr das Telefon hin. "Ich will nicht rangehen, Mulder. Es ist ja sowieso Skinner. Bitte rede du mit ihm." "Ich will nicht mit ihm reden. Sollen wir es nicht einfach klingeln lassen?" "Also schön, gib es mir. Du bist mir was schuldig, mein Freund." "Scully, du bist ein Engel." Scully streckte ihm die Zunge heraus und ging ans Telefon. Nach etwa einer Minute ernsthafter Unterhaltung, verabschiedete sie sich und legte auf. "Rate!" "Unser wunderbarer Chef möchte uns noch eine zusätzliche Woche Urlaub geben?" fragte Mulder und glaubte seinen eigenen Worten nicht. "Träum weiter. Er will, daß wir so bald wie möglich zurück kommen. Er will uns irgendetwas zeigen." "Ein neuer Fall?" "Nehme ich an. Er wollte es nicht näher am Telefon besprechen." Scully schaute ihn unglaublich enttäuscht an. "Ich denke, wir machen uns besser auf den Weg. Wir können entweder heute abend fahren und ausschlafen, wenn wir ankommen, oder wir können hierbleiben und morgen früh um circa vier fahren. Was wäre besser?" "Keines von beiden, aber es ist praktischer, wenn wir heute fahren. Wir haben noch einiges zu tun, bevor wir fahren. Warum gehst du nicht zu erst duschen?" schlug sie vor. "Immerhin hast du weitaus mehr Dreck an dir als ich. Ich räume den Kram hier draußen weg." Scully stand da und sah ihn an. "Zum ersten Mal in meinem Leben bereue ich es, einen Job zu haben." Mulder trat näher und schaute sie an. "Wir können jederzeit wieder hierher zurückkommen." "Ich weiß, aber ich möchte hier bleiben", sagte sie und traute sich nicht, ihm in die Augen zu sehen. "Mit dir." Sie drehte sich rasch um und ging ins Haus. Mulder wartete einen Moment und folgte ihr dann, nicht darauf achtend, daß der ganze Schlamm auf den Boden tropfte. Er ging nach oben und betrat ohne anzuklopfen das Badezimmer. Scully stand neben einem Haufen schmutziger Kleider, ein Handtuch um ihren Körper. "Egal, was passiert", sagte Mulder und versuchte, das kleine Handtuch, das sie an ihren Körper gepreßt hielt, zu ignoriere. "Versprich mir, daß du bald wieder mit mir hier her zurück kommst. Es wäre nicht dasselbe ohne dich. Egal, wie viel wir zu tun haben, wir nehmen uns die Zeit und kommen hierher zurück. Versprochen?" Sie sah das Flehen in seinen Augen, und obwohl sie nur das Handtuch anhatte, trat sie zu ihm und umarmte ihn. "Ich verspreche egal, was passiert, ich komme wieder hierher. Nichts könnte mich davon abbringen." "Ehrlich?" "Ehrlich. Und jetzt verschwinde, bevor mein Handtuch verrutscht." "Weißt du, vielleicht sollte ich lieber hierbleiben. Vielleicht brauchst du jemanden, der dir die Seife reicht oder dir die Füße schrubbt. Ich bin Experte darin", sagte Mulder mit einem frechen Grinsen. Scully schubste ihn aus der Tür: "Ich schreie, wenn ich etwas brauche. Und jetzt RAUS!!!" lachte sie und versuchte das Handtuch nicht zu verlieren. Mulder grinste, trat in den Flur und schloß die Tür hinter sich. Um sechs Uhr hatten sie soweit alles gepackt und im Auto verstaut und überprüften noch einmal, ob alle Türen und Fenster verschlossen waren. Mulder schloß die Eingangstür und ging neben Scully zum Auto. "Willst du fahren?" fragte er und wußte, daß sie ablehnen würde, weil sie lange nicht so gerne Nachtfahrten mochte wie er. "Nein danke. Bei meinem Glück landen wir in Kanada." "Denk daran, daß ich mich normalerweise immer verfahre. Beschwer dich nicht, wenn wir bei den Niagara Fällen oder so landen." "Ich lasse es darauf ankommen." Sie kletterte in den Beifahrersitz. Vor ihnen lag eine drei Stunden Fahrt. Mulder setzte sich hinters Steuer und fuhr langsam die Einfahrt hinunter. Beide wünschten sich sehnlichst, daß sie wieder zurück zu dem Moment könnten, bevor das Telefon geklingelt hat. Während der Fahrt konnten beide die Spannung fühlen, die sich im Wagen aufgebaut hatte. Mulder verfluchte innerlich das Telefon und Scully wußte, daß er wütend war. Nach etwa zwanzig Minuten hielt sie es nicht mehr aus. "Mulder." "Ja, Scully?" "Wenn plötzlich ein Baum im Wald umfallen würde und niemand wäre in der Nähe, um es zu hören, würdest du darauf bestehen, der Sache nachzugehen, oder würdest du es einfach sein lassen?" fragte Scully ernst. "Du kannst deinen süßen Hintern darauf verwetten, daß ich dem nachgehen würde, und ich würde dich mitschleppen", antwortete er in einem genauso ernsten Tonfall. "Warum fragst du?" Scully lachte. "Ich wollte einfach irgendetwas sagen, um dieser Spannung abzuhelfen, die sich hier aufgebaut hat. Wie's aussieht, hat's geholfen." Das Eis war gebrochen und die Unterhaltung fiel ihnen jetzt leichter. Mulder erzählte ihr von dem Spaß, den er und Samantha in dem Haus gehabt hatten. Sie rollte in ihrem Sitz zusammen, schloß die Augen und genoß den Klang seiner Stimme. Scully fühlte, wie sie immer schläfriger wurde und gab sich nach dem langen Tag, den sie und Mulder gehabt hatten, völlig dem Schlaf hin. Mulder hatte alles und jeden verflucht, als Scully ihm die Frage mit den Bäumen gestellt hatte. Er wußte, daß sie nur versucht hatte, ihn aus seiner schlechten Laune herauszubringen, und nachdem er ihr Lachen gehört hatte, fühlte er sich tatsächlich viel besser. Trotzdem wünschte er, daß sie das Telefon klingeln gelassen hätten. Nach etwa einer Viertel Stunde hörte Scully auf, ihm zu antworten. Er schaute zu ihr herüber und sah, daß sie eingeschlafen war, ihr Haar über ihrem Gesicht. Er lächelte und hob den Mantel auf, der von ihrem Schoß gerutscht war. Still fuhr er weiter. Etwa eine Stunde später, "Mulder.." "Was ist los, Scully?" Er erhielt keine Antwort, deshalb fragte er nochmal. "Was ist?" Mulder blickte herüber und merkte, daß sie im Schlaf redete. Er legte seine Hand auf ihrem Arm und sagte leise: "Schlaf weiter, Scully." "Nein. Was wäre passiert, wenn das Telefon nicht geklingelt hätte?" murmelte Scully, immer noch fest schlafend. "Ich glaube, ich hätte dich vielleicht geküßt", flüsterte er und konnte nicht glauben, daß er das eben zu ihr gesagt hatte, ob sie schlief oder nicht. "Es hätte mir gefallen. Vielleicht werden wir irgendwann wieder mal so im Schlamm liegen." "Davon kann ich nur träumen", antwortete er und fragte sich, ob sie sich an alles erinnern würde, wenn sie aufwachte. "Ich mag dich wirklich sehr, Mulder. Meine Mutter hat recht, du bist ein wundervoller Mann", murmelte Scully, regte sich in ihrem Sitz und schlief ruhig weiter. Mulder legte seine Hand auf ihr Knie und drückte es sanft. "Ich mag dich auch sehr." Scully erwachte nicht sehr viel später und erinnerte sich an kein Wort ihrer Unterhaltung, soweit Mulder es beurteilen konnte. Er hielt es auch für besser so, denn er hatte keine Ahnung, wie er reagieren sollte, wenn es anders wäre. Sie fuhren zu einer Tankstelle, um Kaffee zu holen und Scully bot an, den Rest des Weges zu fahren. "Keine Chance! Wir haben uns nicht ein einziges Mal verfahren. Ich muß außerdem die ganze Strecke fahren, damit ich etwas habe, worauf ich zurückgreifen kann, wenn du mich wieder in der Luft zerreißen willst." "Ich? Mich über dich lustig machen? Nie im Leben. Woher willst du das wissen?" "Von dir selbst." "Oh. Tja, lebe und lerne." Scully sprang zurück ins Auto und sie fuhren weiter. Einige Zeit später fuhr Mulder in Scullys Einfahrt. "Hier sind wir. Geh schon mal die Tür aufschließen und ich hole deine Sachen aus dem Kofferraum." "Was für ein Gentleman", sagte sie und fing an, in ihrer Tasche nach den Schlüsseln zu suchen, während sie den Weg zu ihrer Haustüre ging. Auf halbem Weg hielt sie plötzlich inne. Mulder holte sie ein. "Du weißt, daß du die Tür nicht von hier aufschließen kannst, oder?" "Wenn ich an der Tür stehen würde, würde es auch keinen Unterschied machen. Ich habe keinen Schlüssel." "Was soll das heißen?" "Ich kann mich erinnern, daß ich meinen Schlüssel auf den Küchentisch geworfen habe, als wir angekommen sind. Der dürfte da jetzt noch liegen. Ich habe ganz vergessen, ihn wieder mitzunehmen, als wir gefahren sind", sagte sie entschuldigend. "Und ich dachte schon, ich würde nie den Tag erleben, an dem du etwas vergißt. Irgendwie bin ich stolz. Jetzt gehörst du auch auf dieselbe dunkle Seite mit all den anderen von uns. Wenigstens habe ich meine Schlüssel. Ich lasse dich rein und du kannst dich bei mir bedanken mit was immer du auch angemessen findest", grinste er sie an. "Nein, das geht auch nicht. Ich habe doch die Schlösser austauschen lassen, weißt du nicht mehr? Ich habe dir einen Schlüssel machen lassen und ihn drinnen liegenlassen, um ihn dir zu geben, wenn du mich abholst. Du hast ihn dir nicht genommen, oder?" "Da kann ich nur nein sagen. Was ist mit deinen Nachbarn oder deiner Mutter?" "Keiner von meinen Nachbarn hat einen Schlüssel. Ich habe Mom den neuen gegeben, aber sie ist meinen Bruder besuchen und kommt nicht vor morgen zurück." Mulder drehte sich um und ging zum Auto. "Tja, dann glaube ich, daß du mich noch eine Nacht auf dem Hals haben wirst. Komm, ich bin am Verhungern. Wir können unterwegs etwas zu essen holen, bis wir zu meiner Wohnung kommen." Mulder grinste innerlich. Jemand da oben muß es wirklich gut mit ihm meinen, denn jetzt hatte er Scully noch für eine Nacht länger. Scully hatte inzwischen ein schlechtes Gewissen, weil sie es gar nicht so übel fand, daß sie ihre Schlüssel vergessen hatte. Sie stiegen wieder ins Auto und machten sich auf den Weg zu Mulders Wohnung. Im Stillen freuten sich darüber, wie die Dinge ihren Lauf nahmen. Nachdem sie sich etwas zu essen geholt hatten, kamen sie an seiner Wohnung an. Scully nahm das Eßen, während Mulder sich um das Gepäck kümmerte. Er grinste breit, als er seine Schlüssel hervorholte und hielt sie ihr klimpernd vor die Nase. "So fühlt sich Macht also an. Daran könnte ich mich gewöhnen." "Mach einfach die Tür auf, Hausmann", sagte Scully hinter den Taschen, die sie in den Armen hielt. "Mit Vergnügen, Madam." Sie gingen hinein und fielen sofort über das Eßen her. Innerhalb von Minuten hatten sie das meiste davon verschlungen, und Mulder stellte den Rest in den Kühlschrank. "So, mein Herr, wer bekommt die Couch?" fragte Scully und beäugte das Objekt, das Mulder Bett nannte. "Die Gäste bekommen die Couch, ganz einfach. Ich hole dir eine Decke." Mulder verschwand im Nebenzimmer, bevor sie etwas sagen konnte. Er kam zurück mit einer Decke und einem Kopfkissen. "Ich habe es für besondere Anlässe aufbewahrt. Hier, bitte", sagte er und warf ihr das Kissen an den Kopf. "Uhhh, jetzt bin ich also ein besonderer Anlaß. Andere würden mir sagen, daß ich es mir lieber auf dem Boden bequem machen sollte. Ich komme schon zurecht." Scully fing an, in ihrer Tasche zu graben und holte ihren Schlafanzug hervor, der aus Shorts und einem New York Knicks T-Shirt bestand, das Mulder ihr einmal als Gag zu ihrem Geburtstag geschenkt hatte. "Ich habe dir doch gesagt, ich werde es tragen", sagte Scully und mußte daran denken, daß sie selten in etwas anderem schlief. Sie zog sich um, während Mulder sich sein 'Bett' neben der Couch herrichtete. Sie legte sich hin und Mulder schaltete das Licht aus. Er machte es sich bequem und wünschte ihr eine gute Nacht. Nach ein paar Sekunden hob Scully ihren Kopf über das Couchende. "Ich habe gerade ein starkes Gefühl von deja vu. Du auch?" Mulder griff im Dunkeln nach ihrer Hand, legte sie auf seine Brust und hielt sie fest umschlossen. "Jetzt ja." Er schloß die Augen und schlief ein. Er wußte, daß er diese Nacht keine Alpträume haben würde. Scully brauchte ein wenig länger, um einzuschlafen, aber letztendlich tat sie es doch mit dem Gedanken, daß Mulder neben ihr lag und sie nah bei sich haben wollte. Mulder erwachte am nächsten Morgen und konnte gerade noch hören, wie das Duschwasser abgedreht wurde. Einen Moment später erschien Scully im Türrahmen. Zu Mulders großer Überraschung hatte sie seinen Bademantel an. Sie blickte ihn an und grinste. "Ich hoffe, es macht dir nichts aus, daß ich ihn mir ausgeliehen habe." Mulder nickte bloß, denn er hatte Angst, daß wenn er seinen Mund aufmachen würde, er das sagen würde, was ihm durch den Kopf schoß. Nämlich, daß er Scully nie schöner gesehen hatte, als jetzt, wo sie in der Badezimmertür stand und das Wasser aus ihrem Haar auf seinen Fußboden tropfte. Er merkte, daß Scully wieder etwas gesagt hatte. Verwirrt fragte er sie, es noch einmal zu wiederholen. Scully konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. "Ich würde zu gerne wissen, was Skinner sagen würde, wenn ich so im Büro auftauchen würde." "Warum das?" fragte er, immer noch durcheinander. "Weil ich überhaupt keine Sachen hier habe. Das ist hier ist ja nicht meine Wohnung. Ich kann ja schlecht abgeschnittene Shorts und ein zerfetztes T-Shirt anziehen, oder?" "Ich wette, seine Reaktion wäre köstlich anzusehen. Es würde definitiv das Feuer in der Gerüchteküche schüren, daß wir 'nicht mehr ganz richtig' sind. Ich glaube echt, du solltest in dem Bademantel gehe--" "Mulder, du bist echt verrückt, was?" "Ich gebe mir die größte Mühe. OK, du könntest mich jetzt fragen, ob ich etwas habe, das du anziehen kannst." "Was? Warum solltest du irgendetwas von mir hier haben? Hast du wieder in meinem Kleiderschrank gestöbert?" Mulder mußte lachen. "Nein, aber ich werde schon irgend etwas finden", rief er ihr zu, bevor er in seinem Kleiderschrank verschwand und eines von Scullys Jacken und ein paar ihrer Hosen zum Vorschein brachte. "Wo hast du die denn her?" fragte sie ungläubig. "Aus dem Trockner. Woher sonst?" "Also gut, fahren wir also die harte Tour. Warum hast du Klamotten von mir aus dem Trockner?" "Ich liebe es, dich an der Nase herumzuführen. Du hast mich gebeten, sie abzuholen, bevor du ins Krankenhaus gegangen bist." "Mulder, das ist über einen Monat her! Du hattest sie so lange und hast sie mir nicht zurück gegeben?" Mulder zuckte die Schultern, schenkte ihr seinen besten 'Tut mir leid, kannst du mir noch einmal verzeihen?' Blick und stülpte seine Unterlippe vor. Scully konnte ihm nicht böse sein und beide wußten das. Sie stöhnte und nahm ihre Sachen mit ins Badezimmer. Bevor sie die Tür schloß, drehte sie sich noch einmal um: "Warum kann ich die nie lange böse sein?" Ohne auch nur einen Moment abzuwarten, rief er ihr zu: "Weil ich so niedlich bin." Er ließ sie im Türrahmen stehen und ging pfeifend in die Küche. Nachdem sie die Reste vom Vorabend gefrühstückt hatten, rief Scully ihre Mutter an und hinterließ ihr eine Nachricht, daß sie am Nachmittag vorbeischauen und den Schlüssel abholen würden. Sie ging schon zum Auto, während Mulder versuchte, seine Frisur zu bändigen. Sie unterdrückte ihr Lachen, als er ohne Erfolg gehabt zu haben herauskam. "Sag es bloß nicht!" "Was soll ich nicht sagen?" fragte Scully unschuldig. "Warum wir schon wieder zusammen hängen." "Weil ich so niedlich bin", antwortete sie mit den selben Worten, die er vorher gebraucht hat. "Und es scheint schon wider, daß du Recht hast." Sie stiegen ins Auto und fuhren Richtung Stadt. Nachdem Mulder den Wagen geparkt hatte, gingen sie geradewegs zu Skinners Büro. Die Türe stand offen, also traten sie einen Schritt hinein. "Guten Morgen. Ich hätte Sie gar nicht so früh zurück erwartet." Scully ergriff das Wort. "Wir sind gestern Abend zurückgekommen. Es war praktischer, als heute morgen um drei loszufahren." "Wie auch immer, es tut mir leid, daß Sie ihren Urlaub unterbrechen mußten." "Das ist schon in Ordnung", sagte Mulder, zog eine Stuhl für Scully heran und nahm neben ihr Platz. "Behalten Sie diese Einstellung noch für ein paar Minuten, denn die Polizei hat den Kerl gefaßt, der eigentlich Ihr nächster Fall gewesen wäre." Mulder lehnte seinen Kopf zurück auf die Lehne. "Das heißt also, daß wir umsonst unseren Urlaub unterbrochen haben." "Ich habe es auch erst vor einer Stunde erfahren, Mulder. Ich habe versucht, bei Ihrer Mutter anzurufen, aber es ist niemand ans Telefon gegangen. Es tut mir leid." Scully warf Mulder einen 'Sag kein Wort!' Blick und sagte: "Das ist schon in Ordnung. Wir müssen sowieso noch einiges aufarbeiten." Sie stand auf und legte eine Hand auf Mulders Schulter. "OK, waten wir also durch dein Büro. Jetzt hast du keine Ausrede, mit der du dich vorm Aufräumen drücken kannst." Mulder stand auf und nickte Skinner zu, bevor sie aus dem Büro traten und nach unten in den Keller gingen. Mulder öffnete die Tür und Scully schaltete das Licht an. Der übliche Krempel und ein sechs Tage alter Donut auf Mulders Schreibtisch begrüßte die beiden Agenten. Scully grinste und er lachte. "Ups, das ist wohl meiner." Scully nahm den Donut in die Hand und klopfte damit auf seinen Tisch. "Hier, du hast sowieso einen neuen Briefbeschwerer gebraucht." Dann fingen sie an, die beiden beträchtlichen Postberge durchzuschauen, die während ihrer Abwesenheit entstanden sind. Eine Stunde später stand Mulder auf, um Kaffee zu holen. Er kam zurück mit einem mehr als verwirrten Ausdruck im Gesicht. "Was ist los?" fragte Scully verwundert. "Ich bin gerade Skinner über den Weg gelaufen. Er sagte, da wir ja früher zurück gekommen sind, können wir unseren Urlaub jederzeit zu Ende führen. Wir bekommen sogar zwei Tage extra." "Ich hätte gedacht, daß du mich wieder mal reinlegst, aber du meinst das ernst, oder?" "Oh ja. Wann fahren wir?" "Wir?" Mulder wurde rot und stammelte: "Ich habe angenommen, daß wir wieder zurück zum Haus fahren. Ich hätte wohl vorher fragen sollen, was?" "In diesem Fall, ja. Aber ich denke, wir sollten trotzdem noch eine Weile hier bleiben. Ich will nämlich meinen vollen Urlaub und den möchte ich mir auch erarbeiten." "Eine Frau der Tat, das gefällt mir. Das paßt zu dir." Mulder lehnte sich zurück in seinem Stuhl und sie arbeiteten weiter an den Dingen, die noch ausstanden. Das Telefon klingelte einige Zeit später und Scully wurde im Labor verlangt. Mulder wollte sie mit einem wenigstens halb aufgeräumten Büro überraschen und machte sich an die Arbeit, sobald sie aus der Tür war. Sie kam um etwa drei Uhr wieder und fand Mulder vor, wie er am Tisch saß und las. Das Büro war aufgeräumter als je zuvor in den letzten fünf Jahren. Sie blieb sichtlich erschrocken in der Tür stehen und er stand auf und bot ihr seinen Arm an. "Schau dich ruhig um, Scully, es wird schnell nicht mehr so aussehen." "Ich war nur gerade völlig sprachlos. Ich habe gar nicht gewußt, daß dein Schreibtisch eine Schreiboberfläche hat. Ich bin beeindruckt." Aufeinmal drehte sie sich um. "Du willst doch hier raus, oder? Meine Mutter müßte jetzt eigentlich schon zu Hause sein." "Das ist eine sehr gute Idee. Wenn ich noch eine Minute länger hier aushalten muß, schreie ich." Er griff nach seinem Schlüssel, führte Scully hinaus und machte das Licht aus. Als sie im Auto auf dem Weg zu ihrer Mutter waren, rief Scully sie noch einmal an. Ihre Mutter nahm ab und Scully teilt ihr mit, daß sie auf ihrem Weg zu ihr seien. Sobald sie aufgelegt hatte, schaute Mulder sie an. "Warum hast du ihr nicht gesagt, was passiert ist? Sie wundert sich bestimmt." "Es ist einfacher, ihr alles zu erklären, wenn wir da sind. Das Ganze ist viel zu verrückt, um es am Telefon zu erklären. Außerdem kenne ich meine Mutter. Sie behält uns zum Abendessen da und quetscht die ganze Story aus uns heraus." "Abendessen. Da fällt mich doch glatt ein, daß ich fast am Verhungern bin. Was glaubst du, was es geben wird?" "Mulder, du bist unverbesserlich. Biege hier ab." "Dein Bruder wird nicht da sein, oder?" fragte er, als er in die Straße bog. Scully sah ihn überrascht an. "Nein, warum?" "Weil ich den Eindruck habe, daß mich keiner von deinen Brüdern leiden kann." "Die haben noch nie einen meiner männlichen Freunde gemocht", sagte sie mit einem Lächeln. "Es ist halt ihr Beschützerinstinkt. Du würdest auch keinen von Sams Freunden mögen." "Hast du gemerkt, daß du sie gerade Sam anstatt Samantha genannt hast?" fragte er mit leiser Stimme. "Tut mir leid. Ich glaube dadurch, daß wir in dem Haus waren, ist sie wirklicher als je zuvor. Ich wollte dir nicht auf die Füße treten." "Nein, das hast du nicht", sagte Mulder nun lauter. "Ich finde es gut, daß du sie so nennst. Wenn du es sagst hält deine Stimme nicht die Spur von Geringschätzung wie bei anderen." Scully legte ihre Hand auf seinen Oberschenkel. "Eines Tages möchte ich deine Schwester gerne kennenlernen und ihr sagen was für einen wundervollen Bruder sie hat." Mulder fühlte den sanften Druck ihrer Hand. "Und ich muß ihr sagen was für eine wundervolle Partnerin ich habe." Sie fuhren still weiter und Scully ließ ihre Hand auf seinem Bein. Nach etwa zwanzig Minuten fuhren sie vor Mrs. Scullys Haus vor und Mulder stellte den Wagen ab. Scullys Mom hatte bereits die Türe geöffnet und stand winkend im Türrahmen. Scully öffnete die Tür und umarmte und küßte ihre Mutter. Dann wandte sie sich Mulder zu, der sie aus einem Reflex heraus ebenfalls umarmte. Sie war überrascht darüber und sagte mit einem Lächeln: "Danke, Fox. Ich habe es nicht erwartet, aber ich werde es von jetzt an." "Mom, nenn ihn nicht Fox." "Das ist schon ok, Scully. Deine Mutter ist eine der wenigen, die mich so nennen darf." "Also gut, Fox, Dana, meine erste Frage - warum brauchst du meinen Schlüssel? und die zweite Frage - habt ihr Hunger?" Mulder sah Scully mit einem 'Was habe ich dir gesagt Grinsen an. "Es ist eine lange Geschichte und wir sind am Verhungern - zumindest ich." "Dann mache ich uns am besten etwas zu essen." Mulder und Scully folgten ihr in die Küche, und Mulder zupfte an Scullys Haaren, als sie durch den Flur gingen und Mrs. Scully es nicht sehen konnte. Sie machten es sich in der Küche bequem und erzählten ihr die ganze Geschichte, wobei sie sich gegenseitig ständig unterbrachen. Sie erzählten auch noch während des Essens und begaben sich danach ins Wohnzimmer. Dort setzte sich Mulder neben Scully auf die Couch und sie beendeten ihre Story. Mrs. Scully lächelte sie an. "Danke, Fox, daß Sie Dana aus dem Büro herausgeholt haben. Ich finde, daß sie viel zu früh wieder angefangen hat zu arbeiten, aber Sie kennen sie ja, sie hört auf niemanden." "Kein Problem. Sie hatte außerdem gar keine andere Wahl, denn ich habe ihr gedroht, daß mein Geist sie die ganze Zeit verfolgen und nerven würde, wenn sie nicht mitkommen würde." Scully boxte Mulder ins Knie. "Mom, ich hätte es ihm auch nicht verübelt", sagte sie mit einem Lachen. "Er würde mich ständig mitten in der Nacht um drei anrufen und mir vorheulen, daß er sich mit dem Hammer auf den Daumen gehauen hat, oder daß die Grillen so laut seien oder das Gras einen so schönen Grünton hat. Ich muß allerdings zugeben, daß ich noch nie schönere Ferien gehabt habe." Sie blickte ihn an. "Danke." Sie erzählten weiter bis in die späten Abendstunden, und als Mulder ohne Vorwarnung und leise schnarchend seinen Kopf auf Scullys Schultern fallen ließ, schlossen sich auch Scullys Augenlieder. Mrs. Scully stand auf, schaltete das Licht aus und verließ leise das Zimmer. Als Scully und Mulder um etwa halb neun aufwachten, waren sie beide sichtlich verwirrt, denn sie hatten nicht gemerkt, daß sie eingeschlafen waren. Sie gingen in die Küche und fanden dort Mrs. Scully, ein Buch im Schoß. "Warum hast du uns schlafen lassen?" verlangte Scully zu wissen. "Weil ich nicht möchte, daß ihr mitten auf dem Highway einschlaft. Ich habe schon eine Tochter verloren und ich sehe keinen Grund, eine weitere oder ihren gutaussehenden Partner zu verlieren." Scully war verlegen. "Ja, danke." Sie sah Mulder an. "Ich glaube, wir machen uns besser auf den Weg." "Auf geht's." Sie gingen alle zur Tür und Mulder umarmte Mrs. Scully und gab ihr einen großen Schmatzer auf die Wange. Scully lachte: "Willst du mich ausboten, Partner?" "Jep!" Er ging zum Wagen und startete den Motor. Dana und Mrs. Scully standen immer noch lachend auf der Veranda. Scully umarmte ihre Mutter. "Ich gebe dir den Schlüssel bald wieder. Danke für das Eßen." Mrs. Scully hielt ihre Tochter noch einen Moment fest. "Komm bald wieder vorbei und vergiß nicht, diesen netten jungen Mann mitzubringen. Ich habe ihn sehr gern in meiner Gesellschaft." "Ich auch, Mom. Er kommt wieder und sei es nur für ein Eßen umsonst oder die Umarmung." Scully ging herunter zum Auto, wo Mulder geduldig auf sie wartet und ihr die Türe aufhielt. Sie stiegen ein und fuhren winkend davon. "Den halt dir mal lieber warm, Dana", dachte Mrs. Scully mit einem Lächeln zu sich und ging zurück ins Haus. Mulder ließ Scully an ihrer Wohnung heraus. Er kam noch mit, um seinen Schlüssel abzuholen und entschied sich für einen schnellen Abgang, bevor er etwas tun würde, was sie beide bereuen würden. Er sagte schnell Auf Wiedersehen und rannte förmlich zurück zum Auto. Scully stand da und sah ihm verwirrt nach. Sie zuckte mit den Schultern und bereitete sich fürs Bett vor. Es war schade, daß er nicht einmal angeboten hatte länger zu bleiben. Mulder saß inzwischen alleine im Auto um die Ecke und verfluchte sich dafür, daß er so ein Idiot war. Er überlegte, ob er nicht wieder umdrehen und zurück gehen sollte, doch Scully würde bestimmt sauer sein und das würde ihn umbringen. Langsam fuhr er davon, wissend, daß er allein sein würde. Scully konnte überhaupt nicht schlafen und wurde um etwa halb eins durch das Hämmern an ihrer Tür nicht geweckt. Es ärgerte sie eigentlich ein wenig, weil sie noch etwas länger mit sich und ihrem Selbstmitleid allein sein wollte. Doch dann sah sie auf die Uhr und bemerkte, wie spät es eigentlich war. Sie stand auf, griff nach ihrer Waffe und schaute durch den Spion. Mulder stand da mit den Händen in seinen Taschen. Sie überlegte, ob sie ihn überhaupt hereinlassen sollte, doch entschied sich dann dafür. Mulder war mit einem Schritt in der Wohnung, ergriff sie und umarmte sie fest. "Mulder, was machst du hier? Warum bist du nicht zu Hause?" Er ließ ein wenig los und blickte sie an. "Ich wollte nach Hause gehen, aber dann habe ich gemerkt, daß etwas fehlt. Du warst nicht da. Ich habe dich plötzlich schrecklich vermißt und mußte unbedingt herkommen." Scully war geschockt. Wenn Mulder normalerweise solche Sachen sagte, fing er immer an zu stottern, es war ihm peinlich und er vermied Augenkontakt. Doch heute schien er völlig zuversichtlich und sah ihr direkt in die Augen. "Warum mußtest du herkommen?" fragte sie und hatte Angst davor, was passieren könnte, obwohl sie hoffte, daß es passiert. "Weil ich das schon seit fünf Jahren tun will und nie die paßende Gelegenheit dazu hatte." Bevor Scully antworten konnte, preßte er seine Lippen auf ihre. Mit diesem einen Kuß durchströmten sie auf einmal all die Gefühle, die sie tief in sich verborgen hatte, und sie hielt Mulder fest, als ob ihr Leben davon abhinge. Sie ließen sich auf die Couch fallen. "Das ist es übrigens, was ich in diesem Schlammbad gemacht hätte, wenn nicht..." Sie zog ihn näher an sich heran und fing an, sein T-Shirt auszuziehen. "Und das ist, was ich gemacht hätte." Plötzlich, wie ein gemeiner Wink des Schicksals, klingelte das Telefon. Mulder ließ seinen Kopf auf Scullys Brust fallen. "Bitte geh nicht ran." Scully gab ihm einen Kuß, griff nach dem Hörer hinter sich und hoffte, daß es nicht Skinner war. "Hallo...Mom??...Was ist los, es ist schon spät...Ja, ich bin gerade beschäftigt." Mulder entschloß sich dazu, seine Anwesenheit mitzuteilen. "Hallo, Mrs. Scully! Wie geht's?" rief er in den Hörer und begann, Scully ebenfalls von ihrem Shirt zu befreien. "Ja, Mom, das ist es, womit ich gerade beschäftigt bin... Ruf mich morgen abend an", säuselte Scully zufrieden ins Telefon, legte auf und wandte sich wieder dem zu, was sie angefangen hatte. Mulder schaute auf von seiner Erkundung von Scullys Bauch. "Ich habe gerade etwas Wichtiges festgestellt. Ich bin bin völlig hilflos, hoffnungslos und wahnsinnig verliebt in dich." Ohne auch nur ein weiteres Wort zu verlieren, hob Mulder Scully in seine Arme und trug sie in ihr Schlafzimmer. Sie waren sich darin einig, daß sie ab diesem Moment den Rest ihrer Ferien in Scullys Bett verbringen würden. 
LSprys, aus dem Englischen von Nicole Dolinek (Kritiken bitte nur auf Englisch)